Abstrakte Kunst

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Bis Anfang März sind die Bilder von Angela Siegmund in der Wassermühle ausgestellt Foto: Maurer

Angela Siegmund zeigt ihre Arbeiten in der Wassermühle

Trittau Kunstinteressierte können ab sofort die Ausstellung „Irrland - Ein Vogelkäfig voller guter Absichten“ von Angela Siegmund in der Wassermühle besuchen.
Die Lübecker Künstlerin kombiniert Siebdruck, Malerei und Zeichnungen zu Collagen mit viel Aussagekraft. Aber die Betrachter müssen genau hinsehen, um in der Bilderserie „Irrland“ zum Beispiel hinter den Schlittenhunden und den Ballonfahrern den tieferen Sinn zu erkennen. Inspiriert wurde Angela Siegmund zu dieser Serie durch Expeditionen ins Packeis.
„Das war früher ein großes Thema. Die Männer unternahmen wagemutige Ausflüge ins Packeis oder den Himalaya, die Frauen bestaunten den Mut“, sagt sie. In der Bilderserie wiederholen sich die Motive, sind jedoch verfremdet: gespiegelt, gekippt, in anderen Farben. „Ich freue mich, wenn Betrachter meine Idee erkennen, aber auch, wenn sie eigene Verknüpfungen herstellen“, sagt die Künstlerin. Viele Elemente sind metaphorisch: So steht eine wasserspeichernde Blume und versteckte Siebe und Kochtöpfe für Essen und Trinken, denn bei den Expeditionen verhungerten viele Menschen.

Bilder sollten in Ruhe betrachtet werden


Nostalgische Tapetenstrukturen finden sich ebenfalls wieder. „Sie sind die Klammer über die Arbeit von drei Jahren“, erklärt Siegmund, die sich ebenfalls mit der Geschichte der Tapeten beschäftigt hat. „Zum Beispiel gab es in England nach dem zweiten Weltkrieg ein Muster namens „Victory“, das ließen sich die Frauen sogar auf Stoffe drucken und nähten daraus Kleider“, erzählt sie. Diese interessanten Geschichten hinter den Bildern will die Lübeckerin erzählen. Ob es der inzwischen ausgestorbene Fischfang in Herrenwyk an der Ostsee ist, wo sie im Rahmen der Geschichtstage arbeitete, oder die Familiensituation mit pubertierendem Kind: Ausdruck finden diese Begebenheiten in den Bildern, zum Beispiel nicht ganz so subtil mit einem um den Knöchel gebundenen Kochtopf. „Da hab ich mir was ans Bein gebunden mit der Familie“ sagt sie schmunzelnd. Wer die Ausstellung besucht, sollte sich also Zeit nehmen, um sich auf die Inhalte einzulassen.
Angela Siegmund wurde 1962 in Ulm geboren, lebt seit 1990 in Lübeck. Nach ihrer Ausbildung zur Grafikerin arbeitet sie als freischaffende Künstlerin.
Die Kuratorin Dr. Katharina Schlüter eröffnete die Ausstellung. Eine Einführung gab die Lübecker Kunsthistorikerin Marlies Behm .
Am Sonntag, 1. März, findet um 15 Uhr ein Künstlergespräch statt. Die Ausstellung läuft bis zum 8. März und ist sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. (bm)
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