Illusionen im Marstall

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Suse Wiegand vor einigen ihrer Zeichnungen Foto: M. Keil

Warum eine Ausstellung besondere Rätsel aufgibt

Von Manuela Keil
Ahrensburg
Ein Tennisschläger, Zollstöcke und ein Striegel in der Galerie im Marstall - die drei Gegenstände sind Teil einer Ausstellung der Düsseldorfer Künstlerin Suse Wiegand, die unter dem Titel „bislang - gut Ding will Bild sein“ noch bis zum 6. April in der Galerie im Marstall von der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn präsentiert wird. Suse Wiegand wählte mit Bedacht drei Werkgruppen für ihre raumbezogene Ausstellung.
Zeichnungen, die auf Folie geklebt sind, hängen an den Wänden, ebenso wie Objekte, die im Raum, teilweise auf zwei niedrigen Podesten platziert sind sowie als drittes eine Videoprojektion. Der Betrachter muss sich mit den Objekten und Zeichnungen auseinandersetzen, die zudem nicht zufällig im Ausstellungsraum angeordnet sind, auch wenn dies auf den ersten Blick so scheinen mag.
„Dieser Raum im Marstall gibt mir mit seinen Säulen, Türen, Fenstern vieles vor“, sagt Suse Wieland. „Ich passe mich einerseits an diese Gegebenheiten an und versuche zugleich, mich dagegen zu stellen.“ So weist der Striegel auf die Pferde hin, die früher hier gestanden haben. „Der Raum hat viel Geschichte, die ich mit Gegenständen von heute verbinde“, sagt die Künstlerin. Einige Zollstöcke wirken wie vergessene Werkzeuge - sie liegen wie eine Fuß-Matte vor ein paar Stufen. Ein Tennisschläger trägt einen zerbrochenen Würfel aus Kreide - und stellt quasi einen eckiger Ball dar.
Überraschendes und auch Widersprüchliches begegnet dem Betrachter in der Ausstellung. So tauchen oft zwei Teile einer Sache auf: Wie der halbierte Papierkorb. Der Besucher soll inne halten, nachdenken oder auch staunen wie ein Kind. „Ich verrätsele und erkläre zugleich, das ist immer beides gleichzeitig. Außerdem tritt der Betrachter mit den Dingen und dem Raum in einen Dialog“, sagt Suse Wiegand. Manches bleibt jedoch offen und unerklärt. Auch das ist so gewollt. „Man soll ebenso mit dem Nichtverstehenkönnen leben“, ist ein weiteres Anliegen der Künstlerin, die als Professorin an der Fachhochschule Bielefeld zum Thema „Raum, Plastik und Objekt“ lehrt.

Am 22. März um 15 Uhr findet ein Künstlergespräch in der Galerie im Marstall Ahrensburg statt. Die Ausstellung ist noch bis zum 6. April geöffnet.
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