Wassermühle: Kunst aus Stoffen und Textilien

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Verena Schöttmer lebt und arbeitet für ein Jahr in der Trittauer Wassermühle Foto: Jenjahn

Stipendiatin Verena Schöttmer erschafft Rauminstallationen

Von Olaf Jenjahn
Trittau
Seit Mai lebt und arbeitet Verena Schöttmer in der Trittauer Wassermühle. Sie ist die neue Stipendiatin, die hier ein Jahr lang wirkt. Die Wassermühle hat schon die unterschiedlichsten Künstler und Stilrichtungen erlebt. Mit Verena Schöttmer, die sich der Kunst aus Stoffen und Textilien verschrieben hat, kommt nun eine weitere Facette hinzu. „Stoff ist mein großes Experimentierfeld. Ich wollte zwar mal etwas anderes machen, doch ich habe gemerkt, dass dies ein unerschöpfliches Feld ist“, sagt die Künstlerin, die 1978 in Meppen geboren wurde, aber seit Jahren in Hamburg lebt. Mit den Vorhängen oder Teppichen schafft sie Rauminstallationen. Dabei bespielt sie diese wahlweise mit Soundelementen oder stattet sie mit Trendelementen aus. Zudem seien die Stoffe codiert und besitzen Muster, mit denen sich sehr gut arbeiten lasse. „Stoffarbeiten funktionieren nur in groß, sonst ist es Kunsthandwerk.“ Davon will sich Schöttmer mit ihren übergroßen und opulenten Textilkunstwerken deutlich abgrenzen.
In Trittau hat sich die Künstlerin mittlerweile eingelebt. „Die Idylle tut gut, ich kann mich hier gut konzentrieren und in Ruhe arbeiten. Ich gehe aber nicht durch den Wald und lasse mich inspirieren“, sagt sie, schließt diese Art der Ideenfindung aber nicht komplett aus. Neue Ideen hat Verena Schöttmer sich im Atelier der Wassermühle geholt, in dem sie mit der Druckpresse herumexperimentierte. Es entstanden Arbeiten, die auch unter dem Eindruck aktueller politischer Ereignisse stehen. „Ich freue mich auf die Arbeiten von Frau Schöttmer, wir haben einen guten Griff getan“, sagte Landrat Henning Görtz, der den Vorsitz der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn inne hat, bei der Vorstellung der Stipendiatin in der Trittauer Wassermühle. Als ehemaliger Bürgermeister ist Görtz bereits mit der Kultur vertraut, sieht er jedoch einen anderen Ansatz: „In der Unterstützung der Kultur stehen mehr Mittel zur Verfügung.“ Genau wie sein Vorgänger Klaus Plöger sieht er sich nicht als Kunstkenner, doch „muss man offen sein, denn Kunst gehört einfach dazu. Das ist Nahrung für das Hirn“. Kunstverständnis sei nicht zwingend erforderlich, wichtig sei, dass man die richtigen Leute kenne, die sich darum kümmern. Das Stipendium wird von der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn seit 1992 an bildende Künstlerinnen und Künstler aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern vergeben. „Es ist ein sehr interessantes Paket“, sagt die in Meppen geborene Künstlerin. Das Stipendium umfasst 800 Euro monatlich, sowie das Wohnen in der Wassermühle, die Nutzung des Ateliers sowie eine Abschluss-Ausstellung und eine Publikation dazu.
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