13.000 Ahnen

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Hans Werner Selken in seinem Zuhause mit Dokumenten, die seine Familiengeschichte belegen Repro: stb

Lütjenseer aktiv in Genealogie

Lütjensee Wo kommt meine Familie her? Und wie viele lebende Verwandte habe ich noch? Dies fragte sich der Lütjenseer Hans Werner Selken vor rund 17 Jahren. Der 70-Jährige hätte nie erwartet, dass ihn diese Fragen so ausgiebig beschäftigen und eine neue Leidenschaft entstehen lassen würden – die Ahnenforschung, Genealogie genannt.
„Die Familienforschung boomt. Immer mehr Menschen, auch Jugendliche und junge Erwachsene, interessieren sich für ihre Wurzeln“, sagt Hans Werner Selken. Er gehört heute zu den Experten in diesem Bereich in Schleswig-Holstein. Der ehemalige Verkaufsleiter und Hobby-Imker gründete vor zwölf Jahren die Arbeits-Gemeinschaft Genealogie Schleswig-Holstein e.V. (AGGSH). 60 Mitglieder hat der Verein, Tendenz steigend. Die Mitglieder der AGGSH treffen sich alle acht Wochen in Neumünster zum Austausch (www.aggsh.de).
„Ich hatte nicht mehr viele lebende Familienangehörige um mich herum“, erzählt der Lütjenseer. Sein Großvater hatte noch zu Lebzeiten zu ihm gesagt, dass der Familienname wohl bald „aussterben“ werde. Dies wollte sein Enkel nicht wahrhaben. Selkens Suche begann im Internet. „Schnell fand ich einen Ray Selken aus Mannheim“, sagt der Rentner, der damals noch ein Neuling auf dem Genealogie-Gebiet war. Über diesen entfernten Verwandten erfuhr er, dass er keineswegs der einzige Selken sei – in Iowa (USA) gebe es „Tausende Selkens“. Die Freude des Lütjenseers war groß. „Auf einmal hatte ich eine rund hundertköpfige Familie in Amerika.“ Mehrmals flog Selken zu ihnen und wurde herzlich empfangen. Der Kontakt besteht bis heute. Der Großteil seiner Vorfahren war vor über 140 Jahren in die Staaten ausgewandert und niemand wusste es. „Das kann ich mir bis heute nicht erklären“, so Selken.
Der Selken-Stammbaum begann zu wachsen. Zuerst nahm er den Ahnenpass seines Vaters zur Hilfe, ungern berichtet Selken darüber, denn die nationalsozialistische Vergangenheit belastet die Ahnenforschung noch heute.
Mit Papierbögen auf einer circa fünf Meter langen Wand war zehn Jahre später ein Geflecht aus 800 Personen entstanden. „Eine ,never ending story‘ begann“, sagt Selken lächelnd. Heute umfasst sein digitaler Stammbaum knapp 13.000 Personen. Bis ins Jahr 1672 kann er seine Vorfahren zurückverfolgen. Wer Interesse hat, auch in die Ahnenforschung einzusteigen: In Trittau treffen sich die Genealogen jeden zweiten Dienstag im Monat, 19 Uhr, im Bürgerhaus (Europaplatz 6). (stb)
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