20. Poggensee Triathlon in Bad Oldesloe

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Anke und Lothar Lakies vom VfL Oldesloe bereiten sich intensiv auf den Poggensee-Triathlon vor. Foto: H.-E. Jaeger

130 Athleten treten am kommenden Sonntag zum Dreikampf an

Bad Oldesloe. Es ist kurz vor 20 Uhr, eigentlich Zeit für die ARD-Tagesschau und danach für einen gemütlichen Fernsehabend. Nicht so für Anke und Lothar Lakies. Auch die anstehende Liveübertragung von der Fußball-Europameisterschaft interessiert sie nicht sonderlich. Heute ist Lauftraining angesagt, das lassen sie sich nicht ausreden. Schließlich wollen sie am 1. Juli beim 20. Poggensee-Triathlon starten. Den versäumen sie nie. Zehn, vielleicht auch 15 Kilometer wollen sie an diesem Abend noch laufen. Und wenn Lothar aus der Puste kommt, dann setzt er sich, sagt er, einfach an den Wegesrand und wartet, bis seine Frau zurückkommt. Sie hat, was die sportliche Seite betrifft, eindeutig die Hosen an im Hause Lakies in Bad Oldesloe. Anke Lakies (45), wie ihr Mann bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse AOK angestellt, ist neben Weltmeisterin Bettina Lange (Bargteheide) Deutschlands beste Triathletin in ihrer Altersklasse. Sie war im vergangenen Jahr in der chinesischen Metropole Peking Vize-Weltmeisterin über die Sprintdistanz, und sie wurde 2011 in Pontevedra (Spanien) Europameisterin. Auch 2012 ist ein Superjahr: EM-Zweite in Israel und Europameisterin im Duathlon in den Niederlanden. Die WM 2013 in London peilt sie jetzt an. Lothar Lakies sieht sich, obwohl er bei Jedermann-Wettkämpfen schon mehrfach im Vorderfeld landete, in erster Linie als Hobby-Triathlet. „Ich bin der Betreuer meiner Frau, und das bin ich gerne“, sagt er. Er organisiert die Reisen, er sorgt dafür, dass das Gepäck komplett ist, und er managt seine Frau, wo immer sie startet. Ob Welt- oder Europameisterschaften - er ist immer an ihrer Seite.
Der Trophäenschrank im Keller der Doppelhaushälfte in Bad Oldesloe zeugt von ihren vielen großen Erfolgen, seit sie vor 15 Jahren Triathletin wurde. Die Regale sind ist voll von blitzblanken Pokalen. „Sie alle zu putzen, ist ganz schön zeitaufwendig“, sagt sie. Ehemann Lothar kümmert sich derweil um den Papierkram. Liebevoll heftet er alle Urkunden in Aktenordnern ab. Manchmal denkt Anke an frühere Tage zurück. An jene Zeiten, als sie zu den besten Mittelstreckenläuferinnen Deutschlands gehörte. Unvergessen ist jener Tag im Jahr 1991, als sie bei den deutschen Meisterschaften in Hannover - damals noch unter ihrem Mädchennamen Anja Kruse - über 800 Meter im Finale stand und Siebte wurde. Eine so starke Läuferin wie die ehemalige DDR-Weltrekordlerin Christine Wachtel gehörte zu ihren Gegnerinnen. Schnell laufen war schon immer ihre Stärke, von Kindesbeinen an. Ihre Eltern, die viele Jahre Abteilungsvorstand des VfL Oldesloe waren, förderten ihr Talent. Heute noch, als Triathletin, profitierte Anke Lakies davon. „Mit dem Schwimmen habe ich erst als Dreißigjährige begonnen“, erzählt sie. Manchmal liegt sie - meistens bei internationalen Wettkämpfen - nach dem Schwimmen noch zurück. Beim Radfahren holt sie den Rückstand wieder auf, und beim Laufen ist sie ohnehin nicht zu besiegen.Einer ihrer beiden 18 Jahre alten Söhne - Tobias und Marcel sind eineiige Zwillinge - eifert ihr nach. Während Marcel lieber an den Ringen, am Reck und am Barren turnt, hat sich Tobias mit dem Triathlonsport angefreundet. Er startet mit seinen Eltern am Sonntag beim Poggensee-Triathlon in Bad Oldesloe. Vater und Sohn sind sich einig, dass sie chancenlos sind: „Mutti ist immer noch die Größte!“ (jae)

Der Poggensee-Triathlon am 1. Juli, veranstaltet vom Spiridon Club, wird zum 20. Mal ausgetragen. Die Teilnehmerzahl ist auf 130 begrenzt und in eine Sportgruppe für erfahrene und trainierte Sportler/-innen sowie eine Hobbygruppe für Neueinsteiger und Freizeitsportler unterteilt. (jae)
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