78 Güterzüge pro Nacht

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Kilian Funke, von der Bürgerinitiative „Lärmschutz Ahrensburg Mitte“, am Bahnhof in der Ladestraße, für welche die Initiative Lärmschutzwände fordert. Foto: hs

Bürgerinitiative fordert lückenlose Schallschutzwände

Ahrensburg. Spätestens mit dem Bau der Fehmarnbelt-Querung wird die Anzahl durchreisender Züge steigen. „Es wird nie darüber gesprochen, dass der Güterverkehr ab 2020 ansteigen wird“, kritisierte Kilian Funke, von der Bürgerinitiative „Lärmschutz Ahrensburg Mitte“.
Statt bisher 18 sollen dann täglich 78 Züge durch den Bahnhof rattern. Da die meisten Güterzüge nachts in der Zeit von eins bis fünf Uhr früh fahren, würde dies einen Güterzug alle fünf bis zehn Minuten bedeuten.
Auf der vergangenen Stadtverordnetenversammlung haben die Politiker der Parteien die Wiederaufnahme der Gespräche der Verwaltung mit der Deutschen Bahn beschlossen. Wie es in dem Beschluss heißt, sollen die Gespräche zu einer „Konkretisierung von Art und Umfang des aktiven Lärmschutzes“ im Bereich Ahrensburg Mitte führen. Anstoß dieses Beschlusses waren die Proteste der Bürgerinitiative „Lärmschutz Ahrensburg Mitte“.
Die Initiative, die nach eigenen Angaben rund 100 Mitglieder hat und die Interessen von mindestens 500 Anwohnern vertritt, hatte sich im Herbst vergangenen Jahres gegründet.
Auslöser war eine Informationsveranstaltung der Deutschen Bahn. Deren Pläne sahen den Bau zweier Schallschutzwände vor, sowohl im Bereich der Schillerstraße, als auch im Bereich der Brückenstraße.
Der etwa ein Kilometer lange Abschnitt dazwischen sollte aber ausgespart bleiben. Nicht ausreichend, wie die Bürgerinitiative fand.
Künftig wird der Güterverkehr in der Schlossstadt zunehmen, ausreichend Lärmschutz ist unerlässlich. Die Bürgerinitiative „Lärmschutz Ahrensburg-Mitte“ fordert auf der östlichen Seite der Gleise den Bau von weiteren Schallschutzwänden. Der Beginn der Bauarbeiten für die Lärmschutzwand Fannyhöh/Schillerstraße bis zum Einmündungsbereich der Bismarckallee ist für Herbst 2013 geplant. Auch die Deutsche Bahn hatte den Bau weiterer Lärmschutzwände für diesen Bereich empfohlen. Das Problem: die Stadt fordert den Erhalt der Sichtachsen der Hagener Allee und der Manhagener Allee. Dieser Bereich könne beim Bau der Lärmschutzwände aber auch ausgespart werden, sagte Funke.
Und um die Lärmschutzwände optisch ansprechender zu gestalten, seien unter anderem eine Holzvertäfelung, das Pflanzen von Büschen oder eine Durchsetzung der Wände mit Glas möglich. Funke sieht es als Teilerfolg der Bürgerinitiative, dass die Gespräche jetzt wieder aufgenommen würden. „Die Politik hat uns sehr unterstützt“, sagte Funke. Von der Verwaltung fordert er, dass die Bürger in die Planungen und Gespräche mehr einbezogen werden. „Das Ganze läuft sehr offen und transparent“, verteidigte Bürgermeister Sarach die Stadtverwaltung. „Unsere Aufgabe ist es, im April die Gespräche mit der Deutschen Bahn zu führen.“ (hs)
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