Ahrensburg: Kommunikationskurs für Jugendliche

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Ingbert Liebing verriet Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Kommunikation Foto: Jenjahn
 
Stiftungs-Chef Dr. Michael Eckstein (l.) und CDU-Spitzenkandidat Ingbert Liebing Foto: Jenjahn

Politiker verraten ihre Tricks und geben Tipps, wie man erfolgreich diskutiert und Gegner verbal schlägt

Von Olaf Jenjahn
Ahrensburg
Alljährlich bietet die Bürgerstiftung Ahrensburg in den Sommerferien Kommunikationsseminare für Jugendliche an. Dabei werden ihnen an zwei Tagen Tricks und Kniffe beigebracht, wie sie sich in Diskussionen besser ausdrücken können. In jedem Jahr wird auch ein Politiker eingeladen, der aus dem Nähkästchen plaudert, seinerseits Anregungen gibt, wie erfolgreich diskutiert wird und dem die Jugendlichen auch auf den Zahn fühlen können. Diesmal stellte sich Ingbert Liebing, Landesvorsitzender der CDU und Spitzenkandidat für die Landtagswahl im kommenden Jahr, den zwölf Teilnehmern, die ihr erworbenes Wissen gleich einmal testen konnten. Liebing begann über den Sinn und Zweck der Kommunikation in der Politik zu erzählen und unterstrich, wie wichtig es sei, Argumente gegen jegliche extreme Strömungen anzuführen. „Inhalte und Argumente sind in der Diskussion wichtig, aber auch, wie man sich dabei darstellt“, erläuterte Liebing. Basierend auf seinen Erfahrungen im Bundestag meinte er, dass man Kritik in den allermeisten Fällen nicht persönlich nehmen sollte. „Die politischen Gegner kritisieren nicht dich, sondern deinen Standpunkt.“ Dass dabei auch manchmal unlautere Mittel, wie Zwischenrufe, die den Redner aus dem Konzept bringen sollen, angewendet werden, gehöre zum politischen Geschäft und sei nicht immer anständig. Ansonsten sei auch Humor ein wichtiger Punkt: „Ein Lacher pro Rede geht immer“, sagte Liebing.

Genaue Beobachtung


Die Kursteilnehmer sahen sich in dem Gespräch besonders Liebings Gestik und Tonlage an. Klangen Liebings Sätze oftmals einstudiert, wirkte das Erzählte bei persönlichen Fakten weniger trainiert. „Natürlich werden Politiker auch in der Kommunikation durch Profis geschult“, gestand der 53-Jährige. Auch als er auf persönliche Fragen der jungen Menschen antwortete, unterschied sich sein Tonfall deutlich und wirkte weniger „vorgefertigt“. Ingbert Liebing plauderte kurzweilig, locker und souverän mit den Kursteilnehmern und wurde am Ende der Stunde doch noch „kalt“ erwischt. Als ihm Kursleiterin Diana Gaede die abschließende Frage stellte, wie er einem Außerirdischen die Welt auf der wir leben, erklären würde, stockte er für einige Augenblicke. Eine Frage, die der CDU-Politiker so nicht erwartet hatte und erst einmal in seinem „Repertoire“ kramen musste. Mit einer Gegenfrage gewann er etwas Zeit, um dann eine Antwort zu geben, in der es um die Familie als kleinsten gemeinsamen Nenner ging, um den sich alles dreht.

Hilfreicher Kursus


„Das hat er gut gemacht, obwohl er etwas baff war. Durch die Rückfrage hat er Zeit gewonnen und weitere Informationen bekommen“, erzählte Lukas Eschment von seinen Beobachtungen. Der 20-jährige Ahrensburger studiert im niedersächsischen Oldenburg und nutzte den zweitägigen Kursus als Gelegenheit, sich in diesen Belangen zu verbessern. „Ich habe vor allem auf die Körpersprache und die Gestik geachtet. Er hat das alles sehr authentisch rüber gebracht.“ Auf die Körpersprache achtete auch Xenia Cleuvers aus Sülfeld: „Es war sehr interessant, wie er wann die Hände in seinen Beiträgen eingesetzt hat.“ Die 18-Jährige nutzte den Kursus, um mehr Sicherheit in der Diskussion zu gewinnen: „Dafür war er sehr hilfreich. Ansonsten fühle ich mich sehr unsicher, wenn ich im Fokus stehe. Mir ist aber wichtig, dass ich ich bleibe.“ Erfreut zeigte sich Dr. Michael Eckstein, Vorstand der Bürgerstiftung Ahrensburg, über die Resonanz auf das Angebot: „Das sind natürlich besonders engagierte junge Menschen, die unser Angebot annehmen. Wir wollen ihnen mit solchen Kursen die Möglichkeit geben, besser ihre Meinung zu vertreten“, sagte Eckstein und stellte auch für die kommenden Sommerferien wieder ein Kommunikationsseminar in Aussicht.

Weitere Infos: Bürgerstiftung Ahrensburg
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