Anonym bewerben?

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Bewerbung ohne Namen, Geschlecht, Alter: So könnten sich möglicherweise künftig Jobsuchende bei der Ahrensburger Verwaltung melden Symbolfoto: thinkstock

Verfahren für Ahrensburgs Verwaltung auf dem Prüfstand

Von Stella Bandemer
Hamburg. Bewerbungsunterlagen für Stellen innerhalb der Stadtverwaltung könnten künftig anonymisiert bearbeitet werden. Darüber diskutierten die Mitglieder des Hauptausschusses vergangenen Montag.
Die Mitglieder der Wählergemeinschaft Ahrensburg (WAB) und der Grünen hatten dafür einen entsprechenden Antrag gestellt. Auch CDU, SPD und FDP bewerteten den Vorschlag im Ausschuss positiv. Bis Mitte 2015 hat die Verwaltung nun Zeit, über ein geeignetes Verfahren zu entscheiden.
„Wir werden uns dabei an Referenzprojekten orientieren“, sagt Stadtsprecher Andreas Zimmermann. So werde das Projekt bereits in der Stadtverwaltung Celle umgesetzt.
Generell gebe es drei Möglichkeiten, sich ohne persönliche Angaben zu bewerben. Entweder per Online-Fragebogen, mit einem Steckbrief, der von dem Arbeitgeber gestaltet wird oder mit einem herkömmlichen Bewerbungsschreiben. Bei letzterem werden die Stellen, geschwärzt werden, welche Herkunft, Alter oder Geschlecht verraten.
Dustin Holzmann, Stadtverordneter und Mitglied der WAB-Fraktion, betont, warum er sich für die Durchsetzung eines anonymisierten Bewerbungsverfahrens stark gemacht hat. „Es soll vielmehr auf Qualitäten geachtet werden, als auf Äußerlichkeiten“, sagt er. „Das wäre für beide Seiten eine gewinnbringende Situation und auch für die vielen älteren Arbeitslosen eine große Chance.“
Der Stadtverordnete und Mitglied der Grünen-Fraktion Christian Schubbert-von Hobe glaubt, dass Bewerbungsunterlagen ohne persönliche Daten eine „diskriminierungsfreie Vorauswahl“ sicherstellen, in der jeder Bewerber die Chance hat, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. „Ob Mann, Frau, Mensch mit Behinderung oder Migrationshintergrund, dass wird keine Rolle mehr spielen.“
Auf Nachfrage heißt es in der Personalabteilung der Stadt: „Wir halten uns schon jetzt uns an das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.“
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