Aufregende Flugmanöver am Boden

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Torsten Mühlnickel hat seinen Doppeldecker aus Sperrholz selber zusammengebaut. Fotos: H.-E. Jaeger

Modellflugzeugverein trifft sich regelmäßig auf dem Flugplatz Hammoor

Von Hans-Eckart Jaeger
Hammoor. Ready for take off! Noch steht der rote Doppeldecker bewegungslos auf der Startbahn des Aero Clubs in Hammoor.

Der zwölf PS starke 100-ccm-Boxermotor läuft auf vollen Touren. Jetzt ist „The Beast“ startbereit. Torsten Mühlnickel (50) schiebt den Gashebel der Fernbedienung nach hinten - und ab geht die Post. Vollgas! Der schnittige Flieger, Marke Horizon Hobby, 2,50 Meter lang, Spannbreite 2,45 Meter, flitzt los und schraubt sich mit atemberaubender Geschwindigkeit in den Himmel. Dichte Nebelschwaden, ausgelöst durch Smoke-Oil, strömen aus und machen den Doppeldecker vorübergehend unsichtbar. Torsten Mühlnickel aus Bargteheide ist einer der alten Hasen beim Aero Club Bad Oldesloe. „Als kleiner Junge wollte ich Pilot werden“, sagt er, „aber bald musste ich eine Brille tragen und konnte deshalb meinen Traum nicht verwirklichen.“
Berufswunsch ausleben
So lebt er seit vielen Jahren seinen Berufswunsch als Modellflugzeugbauer aus. Den Doppeldecker, eine Balsa-Sperrholzkonstruktion, hat er sich als Bausatz bestellt und selber zusammengebaut. Gesamtkosten: fast 5000 Euro.
„The Beast“, dessen aufsehenerregendes Design auf allen Flugshows ein Eyecatcher ist, zeigt alles, was er kann: Looping, Rolle, Tiefflug. Er stürzt zur Erde, mit Tempo 150 rast er Richtung Norden davon. Torsten Mühlnickel hat aber alles im Griff.
Das gilt auch für die anderen Vereinsmitglieder. Harald Banning ist mit seinem Miniflieger aus Kunststoff zufrieden („Er kostet nur 90 Euro“), Matthias Bergmann (Ahrensburg) demonstriert die Flugkünste seines rot-weißen Helikopters, den er innerhalb zwei Wochen fertiggebaut hat, und Vorstandsmitglied Axel Brockmann zeigt, wie sein gelber Flitzer schwierigste Kunstfiguren am blauen Himmel vollführt.
12 PS Boxermotor
Voller Stolz zeigt Volker Stadler (51) aus Barsbüttel seinen blauen Red Bear, einen Eindecker mit zwölf PS und 80-ccm-Boxermotor. „Das Original wurde in den USA vor 50 Jahren als Trainingsmaschine für Piloten der Army verwendet“, erzählt er. Eigentlich sollte sein Flieger „Red Bull“ heißen, aber der Besitzer wollte sich lieber nicht mit dem Weltkonzern anlegen.
Volker Stadler hat fast sein ganzes Leben mit Flugzeugen zu tun. Seit elf Jahren steuert er als Flugkapitän bei der Deutschen Lufthansa den Airbus 320 quer durch Europa. Was sagt seine Frau dazu, wenn er in seiner Freizeit dann auch noch mit Modellflugzeugen spielt? „Sie sagt, sie sei froh, dass sie endlich mal alleine sein kann“, behauptet Stadler...
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