Aus Holz zum Leben erweckt

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Jessica von Leliwa arbeitet an ihrem aktuellen Exponat. Die Eule wird auch auf ihrer Ausstellung im Haus der Natur gezeigt Fotos: Keil

Bildhauerin Jessica von Leliwa stellt ab 12. April im Haus der Natur aus

Von Manuela Keil
Ahrensburg. Lebendig wirken sie, das Nashorn, die Schnecke, die Tänzerin. Um diese Wirkung der Skulpturen zu erzielen, studiert Künstlerin Jessica von Leliwa genau die Bewegung, sieht sich Fotos und Studien an und fertigt Modelle aus Ton oder Plastilin an. „Die Anatomie muss auch unter einem Kleid oder Mantel stimmen“, sagt die Bildhauerin. Die 33-Jährige arbeitet mit verschiedenen Materialien, hauptsächlich mit Holz, vieles sind Fundhölzer, die sie selbst gesammelt hat, aber in ihrer Werkstatt finden sich auch Marmorskulpturen, ein männlicher Akt, hingegossen im Stein, oder ein stilisiertes Paar. Auch an diesem müssen die Proportionen stimmen. Gern arbeitet die zierliche blonde Frau mit Zirbe, einem leichten Holz, das sie aus Tirol bezieht. „Es hat einen ganz besonderen Duft, und ich habe das Gefühl, dass es mir damit gut geht“, sagt von Leliwa. Wenn sie an ihren Skulpturen arbeitet, drechselt, feilt, schnitzt und schleift, vergisst sie die Zeit, den Alltag und alles um sich herum.
Jessica von Leliwa ist Erzieherin und leitet seit 2010 den Waldkindergarten in Ahrensburg. Schon als Kind hat sie viel gezeichnet und die enge Verbindung zur Natur bestimmt ihr Leben. In einem Urlaub in Tirol entdeckte sie 2006 ihre zweite Bestimmung: die Bildhauerei. „Das ist eine gute Ergänzung zu meiner Arbeit im Kindergarten.“ So machte sie eine Ausbildung zur Holz- und Steinbildhauerin. Im nächsten Jahr steht die Prüfung an. Dazu gehört neben der Theorie über Anatomie und Kunstgeschichte das Schnitzen eines Ornaments nach Zeitvorgabe.
Jessica von Leliwa überrascht den Betrachter mit ihren vielseitigen Arbeiten und lässt sich auch gern überraschen. So nahm sie einmal einen unscheinbaren Ast mit, die Schnittkante könnte interessant sein, fand sie. Als sie den Ast aufschnitt, kam eine besonders schöne Maserung zum Vorschein. „Ich habe dann nur noch die Schnittflächen geschliffen und geölt.“ Es entstand eine zweiteilige Skulptur, die sich ergänzt und auch wieder zusammenfügen lässt. Bei Jessica von Leliwa steht jedes Werk für sich. „Ich experimentiere gern und probiere aus. Ich habe nicht den Anspruch, an das Ideale heranzukommen“, sagt sie. „Aber die jeweilige Arbeit muss stimmig sein.“ Dazu gehöre, dass sie bei einer Eule nur einige Federn andeutet. „Tiere und Menschen sollen natürlich aussehen und lebendig wirken. Dabei sind die Falten im Kleid mit am schwierigsten.“
Derzeit arbeitet Jessica von Leliwa an einer großen Eule. Sie ist mit der Motorsäge vorgearbeitet. Jetzt geht es um die Feinarbeit am Schnabel und an den Krallen, denn die Eule soll noch rechtzeitig für ihre Ausstellung im Haus der Natur (Bornkampsweg 35) ab Sonnabend, 12. April, fertig werden. Unter dem Titel „Faszination Holz“ werden etwa 20 Werke der Künstlerin zu sehen sein, die Ausdruck ihres Könnens und ihrer Schaffensbandbreite geben. Die Ausstellung ist bis 9. Mai zu sehen (jeweils Sonnabend bis Donnerstag von 10 bis 17 Uhr.
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