Aus schon vor dem Start

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Noch liegt die Sportstätte in Tremsbüttel mitten im Ortszentrum Foto: Schlie

Konzept für private Sportuniversität Tremsbüttel gescheitert

Von Christina Schlie
Tremsbüttel
Das Thema Sportuniversität in Tremsbüttel ist vom Tisch, bevor es richtig begonnen hat. 2014 kam der Projektentwickler Maik Fischer mit der Idee, in Tremsbüttel eine private Universität für Sportmarketing zu errichten, auf die Gemeinde zu. Fischers Planungen sahen ein Campusgelände mit Uni, Sporteinrichtungen und Mehrgeneration-Wohnen vor. „Neben der theoretischen Ausbildung erhalten die Studierenden im geplanten Studiengang eine weltweit einzigartige praktische Ausbildung“, hieß es in Fischers Konzept. Bis zu 450 Menschen sollten auf dem 53.000 Quadratmeter großen Areal ihren Lebensmittelpunkt finden. Dabei sollten alle Gebäude so gestaltet sein, dass sie auch als barrierefreier Wohnraum nutzbar wären. Eine geeignete Fläche hatte Fischer bereits im Blick: Im neuen Gewerbegebiet direkt an der Autobahnanschlussstelle Tremsbüttel bis zur Straße Am Herrenholz. Eine attraktive und strategisch günstige Lage. Zu diesem Zeitpunkt war auch die Verlegung der S4 Haltestelle Kupfermühle nach Tremsbüttel noch im Gespräch. Zur Finanzierung hieß es in dem Entwurf: „Domhan Vision realisiert das Projekt. Finanzierung und Betrieb erfolgt durch neu gegründetes Unternehmen.“
Das Konzept stellte der Projektentwickler Mitte 2014 der Gemeindevertretung Tremsbüttel vor. Interessiert gab die Gemeinde im Rahmen ihres Dorfentwicklungskonzeptes eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Die Tremsbüttler sprachen sich bereits zu diesem Zeitpunkt in einer Bürgerbefragung gegen die Pläne aus. „Aus Angst vor der Größe, schließlich hätte das Gelände die Fläche eines kompletten Neubaugebietes“, sagt Axel Funck, Vorsitzender des VfL Tremsbüttel und Mitglied des Sozialausschusses. Parallel zu der Idee einer privaten Sportuniversität, war die Verlagerung des Sportplatzes im Gespräch. Auf der gegenüberliegenden Seite der Straße Am Herrenholz wäre Platz für drei Fußballfelder. „Generell ist es wichtig, mit den Ballsportlern aus der Ortsmitte herauszugehen, aber trotz Randlage gut erreichbar zu bleiben“, meint Funck.
Dass die Idee einer privaten Sportuniversität scheiterte, hat zwei Gründe. Die Träger öffentlicher Belange beim Kreis genehmigten das Dorfentwicklungskonzept mit dem darin angeforderten Flächenbedarf nicht. „Aus Naturschutzgründen sei dieses Gebiet für eine Nutzung nicht möglich“, sagt Bürgermeister Norbert Hegenbart. Aufgrund der Größe der Fläche war dies aber der einzig denkbare Standort. Weiterhin wären die Belästigung im Ort durch Lärm- und Lichtemissionen für den Bereich zu hoch gewesen und auch ein Spielbetrieb am Wochenende fraglich. Das zweite Ausschlusskriterium waren gravierende sportliche Nachteile für die Fußballsparte des Vereins. „Das sportliche Konzept hatte nur wenige Überschneidungen mit dem VfL“, sagt Funck. Die Gründung eines weiteren semiprofessionellen Vereins unter dem gleichen Namen VfL war angedacht. Leider deckte sich diese Idee nicht mit der des Investors. Hierin „Wir sahen eine große Gefahr für unsere Fußballabteilung und die aktive Jugendarbeit“, so der erste Vorsitzende. In seiner Neujahrsansprache betonte der Bürgermeister, dass das Projekt private Sportuniversität in Tremsbüttel gestorben sei. Eventuelle Planungen, die Sportstätten aus dem Dorfzentrum auszulagern, sind weiter im Gespräch. Hegenbart: „Noch gibt es dazu keine konkreten Pläne. Wir haben dem Kreis kein neues Konzept vorgelegt.“ Investor Maik Fischer bestätigte die Absage des Projektes per Mail, stand aber für weitere Fragen nicht zur Verfügung.
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