Bargteheide ehrt Siegfried Lenz

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Lore Schulz vor ihrem Haus im Tremsbüttler Weg 7. Im Vorgarten wurde die Gedenktafel für Siegfried Lenz aufgestellt Foto: cs

Gedenktafel wurde enthüllt

Bargteheide Siegfried Lenz ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Literaten der Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Vom 23. Mai 1946 bis zum 6. April 1949 hat der Schriftsteller in Bargteheide gelebt. „Pastete mit Hühnerfrikassee mochte er besonders gern“, erinnert sich Lore Schulz. Die 89-Jährige lebt noch immer in dem Haus, in dem auch Siegfried Lenz damals gelebt hatte. Eine historische Infotafel weist im Tremsbüttler Weg 7 jetzt auf den prominenten Untermieter hin. „Diese drei Jahre in Bargteheide werden in der Biografie von Siegfried Lenz selten erwähnt“, sagt Stadtarchivarin Hannelies Ettrich. Der Autor ist im Jahr 2014 gestorben. Dabei sei es eine sehr bedeutsame Zeit gewesen, betont die Archivarin. Lenz war desertiert und kam als heimatloser Flüchtling nach Bargteheide. „Bei Familie Schulz fand er neben Tisch und Bett auch Familienanschluss sowie einen Raum mit Ruhe und Zeit für Reflektionen“, so Ettrich. In Bargteheide hätte ein Selbstfindungsprozess stattgefunden, der sich auch in späteren Werken Lenz wiederspiegeln würde. Japke Ella von Tunien, ehemalige Oberstudienrätin, regte die Errichtung einer Infotafel zum Gedenken an Siegfried Lenz bei Bürgermeister Henning Görtz an. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Verschönerungsverein (VVB) wurde die Tafel nun aufgestellt. Der Grafiker Uwe Schildmeier zeichnete das Haus nach einer Fotovorlage aus dem Jahr 1950. Über viele Jahre hielt Siegfried Lenz Kontakt nach Bargteheide und zur Familie Schulz. Selbst heute erwachsene Enkelkinder erinnern sich an gemütliche Zusammentreffen mit dem stets freundlichen Siegfried Lenz. 1968 kam der Autor zu einer Lesung des Kulturrings. Klaus Andresen vom VVB: „Lenz war in die Gemeinschaft integriert, hat hier sogar Handball gespielt. Er war ein hervorragender Läufer.“ 1949 als sich die Wohnsituation in Hamburg entspannt hatte, zog es den Studenten der Philosophie, Anglistik und deutsche Literaturgeschichte in die Hansestadt. (cs)
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