Bargteheide startet Pilotprojekt – Infoabend am 18. April

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Michaela Suckow lebt seit drei Jahren in der Vogelsiedlung. Sie schreckt vor den Kosten einer energetischen Sanierung zurück Foto: Schlie
 
Die Vogelsiedlung Foto: Schlie

Sanierung der Vogelsiedlung anhand eines einheitlichen Quartierskonzeptes

Von Christina Schlie
Bargteheide
Ein wichtiges Ziel des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Bargteheide ist es, die bestehenden Gebäude zu sanieren. Sowohl die städtischen als auch die privaten. Statt einzelne Hauseigentümer anzusprechen, sieht das Konzept „Quartiersanierung Vogelsiedlung“ den Vorteil in der Gemeinschaftlichkeit. Weg vom Einzelhaus, hin zur Quartierssanierung, so das Ziel dieses Pilotprojektes. Anhand eines Quartierskonzeptes sollen konkrete Maßnahmen gemeinsam mit den Bewohnern ausgewählt und erarbeitet werden. „Die privaten Haushalte können in Sachen Klimaschutz viel größeren Einfluss nehmen“, sagt Bürgermeister Henning Görtz. 40 Prozent der in Deutschland verbrauchten Energie werde durch Wohnimmobilien verursacht. Michaela Suckow lebt seit drei Jahren in der Vogelsiedlung. Im Moment noch zur Miete, aber eigentlich würde die junge Familie in dem Wohngebiet gern Eigentum erwerben. „Vielen Häusern sieht man ihr Alter an, da müsste dringend etwas getan werden“, sagt die 36-Jährige. Doch das kostet Geld, deshalb schreckt die Familie noch vor einem Kauf zurück. Das Wohngebiet der Vogelsiedlung wurde in den 1960-er Jahren gebaut. Viele der Bewohner leben von Anfang an hier. Nur wenige haben ihre Häuser auf den aktuellen energetischen Stand gebracht. Auch Paul Ramcke wohnt seit 50 Jahren in seinem Reihenhaus. Vor vielen Jahren, wann genau, das erinnert er rüstige Rentner nicht mehr, wurde die Heizung saniert. Das alte Blockheizkraftwerk kam weg, dafür wurde eine Gasleitung gelegt. Am Dach oder der Fassade hat Ramcke noch nie etwas verändert. So wie Paul Ramcke geht es den meisten der zirka 350 Haushalte, die in der Vogelsiedlung leben. In den nächsten Monaten werden sich die Bewohner Gedanken über die energetische Sanierung ihres Eigenheims machen müssen. „Der Vorteil liegt auf der Hand“, sagt Ulrike Lenz, Klimaschutzbeauftragte der Stadt Bargteheide. „Wenn eine ganze Häuserreihe ihre Dächer saniert, dann spart das natürlich Geld.“ Die Vogelsiedlung, die in den 1960-er Jahren errichtet wurde, ist aufgrund ihrer Gleichförmigkeit für das Pilotprojekt ausgewählt worden. Die Firma Franck hat von sechs Wettbewerbern den Zuschlag für die Quartierssanierung von der Stadt Bargteheide erhalten. Gestartet wird am 18. April. Dann werden Holger Zychski und Clemens Thomas der Frank Gruppe die Bewohner der Vogelsiedlung in einem ersten Treffen über ihre Möglichkeiten informieren. „Es geht darum, energieeffiziente Lösungsansätze für alle Wohnbebauungen zu finden“, sagt Holger Zychski. Die Frank Gruppe wird für verschiedenen Häusertypen Sanierungs-Konzepte mit Förderprogrammen und Kosten zusammenstellen. „So kann ein Eigentümer auf einen Blick erkennen, was bei einer Sanierung auf ihn zukommt, wenn er in Typ Haus A, B oder C lebt“, sagt Clemens Thoma, Kommunikationsleiter des Unternehmens. Bund und Länder stellen Eigentümern vielfältige Fördermittel und Zuschüsse zur Verfügung. „Ein Dschungel an Möglichkeiten, schwer, sich darin zurecht zu finden“, sagt Thoma. Wer sich ein maßgeschneidertes Sanierungskonzept erstellen lässt, muss normalerweise dafür bezahlen. In Bargteheide übernimmt die Stadt die Konzepterstellung für die Bürger.

Info: Am Montag, 18. April, um 18.30 Uhr im Schützen-hof (Jersbeker Straße 34) informiert die Firma Frank die Bewohner der Vogelsiedlung über das Sanierungskonzept. Eine Internetseite – auf der auch die Konzepte veröffentlicht werden - ist in Planung. Nähere Infos: www.frank-ecozwei.de
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