Bedenken gegen Beschluss

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Die neue Kita wird in das bestehende Wohngebiet gebaut. Streitpunkt ist die Hol- und Bringsituation Foto: wb
 
Peter Podlesny gehört zu den Kritikern Foto: bm

Kita-Bau: Gemeinde Trittau entscheidet gegen Bürgerwille

Von Birgit Maurer
Trittau
Erwartungsgemäß nahm das Thema „Kita Goethering“ (B-Plan 8) am meisten Zeit der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Anspruch. Nach der Besprechung mehrerer Varianten in den vorangegangenen Ausschüssen, entschieden sich die Gemeinderatsmitglieder mehrheitlich für die Variante, die bei den Einwohnern auf wenig Gegenliebe stößt: Die Kita soll an dem vorgesehnen Platz gebaut werden mit Zufahrten über die bestehenden Straßen. Der Bolzplatz wird auf einem noch zu kaufenden Gelände direkt daneben erneut errichtet. „Es ist sehr bedauerlich, dass die Argumente der Anwohner nicht berücksichtigt werden“, so eine Zuhörerin bei der anschließenden Einwohnerfragestunde. Die Anlieger befürchten ein Verkehrschaos in den engen und jetzt schon maroden Straßen, sowohl in der Bauphase, als auch beim späteren Hol- und Bringverkehr der Eltern. Teilweise grenzen die Grundstücke direkt an das Gelände oder an den Parkplatz. „Schon jetzt kommen Müllfahrzeuge oder Öllieferanten kaum durch und abends und am Wochenende ist der Parkplatz total überbelegt“, so Peter Podlesny, dessen Grundstück direkt an den Parkplatz grenzt. Man befürworte die Planung mit einer Zufahrt über die Hamburger Straße. Die Politiker haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Unstrittig ist, dass die nächste Kita in den Süden des Ortes soll. Ein Argument der Befürworter ist die mögliche schnelle Umsetzung aufgrund des Bedarfs an Krippenplätzen, da das Grundstück der Gemeinde bereits gehört. Außerdem gebe es bei den bestehenden Kitas auch wenig Parkplätze und kein Chaos, so Ute Agatz (SPD). In namentlicher Abstimmung stimmten die SPD und die Grünen mit Ja für den Bau, die CDU und BGT mit Nein. Die parteilose Claudia Ludwig enthielt sich, ebenso wie CDU-Mitglied Harald Martens. „Einen Bolzplatz zu vernichten, um ihn daneben gleich wieder aufzubauen und eine grüne Lunge abholzen, halten wir nicht für richtig. Wir wären für den Bau einer Kita ein Stückchen entfernt in der Nähe der Hamburger Straße“, erklärte Jens Hoffmann (CDU). Michael Amann (BGT), auch Feuerwehrmann, gab zu Bedenken, dass schon jetzt Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge nur schlecht durch die engen Straßen kommen. An der Hamburger Straße entsteht ein neues Wohngebiet, Markant und Aldi planen dort Märkte. „Daneben wäre die Kita ideal. Man hätte eine gemeinsame Zufahrt von der Hamburger Straße und die Kita wäre dort, wo die jungen Familien hinziehen“, so Eigentümerin und Immobilienmaklerin Birgit Zimmermann. Sie betont, das niemand gegen eine Kita wäre, sie sei jedoch erschrocken, wie hier Politik gemacht werde. Sie fühle sich ausgeschlossen und ohnmächtig. Bürgermeister Oliver Mesch verwies darauf, dass alle bisherigen Sitzungen öffentlich gewesen seien. Zudem sei es ein Entwurfs- und Auslegungsbeschluss. Die Bürger könnten im Verlauf des B-Plan Verfahrens ihre Einsprüche geltend machen. Diskussionsbedarf gab es auch um die Abholzung des Wäldchens für die Erweiterung der Firma Wilke im Gewerbegebiet Otto-Hahn-Straße. Der Beschluss wurde bei Enthaltung der Grünen mehrheitlich mit einer Änderung gefasst. Der Wanderweg für Spaziergänger wird erhalten. Zudem beschlossen die Politiker die neue Straßenbaubeitragssatzung, den Bau einer Photovoltaikanlage auf dem neuen Bauhof, den bereinigten Flächennutzungsplan sowie den neuen B-Plan 58 für die Post- und Campestraße, der ältere Pläne ersetzt.
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