Begehbare Geschichte

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Eine Gruppe Trittauer hat im Ortskern einen Findlingsgarten errichtet Foto: wb

Trittauer errichten Stein-Lehrpfad. Neue Attraktion in der Straße Zur Mühlau

Von Victoria Kirjuschkin
Trittau
Eine etwa 80 Meter lange Grünfläche an der Straße Zur Mühlau entlang der Zufahrt vom Kreisel zum Schützenplatz ist die Heimat uralter historischer Zeugen. Die 90 Findlinge, von denen der größte zehn Tonnen wiegt, wurden vor mehr als 12.000 Jahren während der Eiszeit aus Schweden und Finnland in die Region, in der sich heute Trittau befindet, transportiert.
15 Einwohner der Gemeinde haben es sich zur Aufgabe gemacht, nahe der Meierei einen Findlingsgarten als Lehr- und Kulturpfad zu errichten und ein lehrreiches Anschauungsobjekt für junge Trittauer und eine Touristenattraktion zu schaffen.
Geborgen wurden die Gneise, Granite und Porphyre 2008 beim Bau der Gadebuscher/ Bürgerstraße. Auf Initiative von Hobby-Geologe Peter Sierau und mit Hilfe eines lokalen Bauunternehmers wurden die Findlinge an ihren jetzigen Standort gebracht. Seit 2012 kümmern sich Sierau, Mitglied der Partei Bürger für Trittau (BGT), die ehemalige Lehrerin Ursula Otten, Gerd Rosenstock und weitere zwölf Bürger um die Verschönerung des Fleckchens.
„Im Frühjahr bepflanzen wir die Fläche um die Steine herum mit Blumenzwiebeln und mähen regelmäßig den Rasen“, berichtet der 78-jährige Rosenstock. Für ihn ist sein Engagement ein Beitrag zur Ortsverschönerung. „Uns ist es wichtig, etwas zur Attraktivität unserer Heimat beizutragen“, sagt er: „Eine Art Urban Gardening-Projekt.“ Einige Steine haben die Bürger bereits mit Infotafeln ausgestattet, auf denen Interessierte erfahren können, um welche Art Gestein es sich handelt und woher es stammt. „Da wir keine Experten sind, fallen uns detaillierte Infos schwer“, sagt Ursula Otten. Ein Plan der Ortsverschönerer ist es, Geologen zu finden, die ihnen bei der genauen Bestimmung der Eiszeitzeugen helfen können.
Mit zahlreichen Aktionen wollen sie ihr Projekt nun bekannter machen, vielleicht dadurch weitere Mitstreiter für ihre Sache finden. „Wir haben eine Schautafel aufgestellt, auf der Besucher etwas über uns und die Hintergründe unseres Projekts sowie die Historie der Gesteine erfahren können“, berichtet Ursula Otten. Die Pädagogin im Ruhestand warb auch bereits am Gymnasium Trittau für den Findlingsgarten. Ihre Idee: Schüler könnten hier hautnah etwas über die Erdgeschichte lernen. „Es gebe die Möglichkeit, mit Hammer und Meißel Gesteinsproben zu entnehmen und diese zu untersuchen“, berichtet Ursula Otten.
Das aktuelle Projekt der 72-Jährigen und ihrer Mitstreiter ist ein Flyer, der bald in Trittauer Geschäften und der Amtsverwaltung ausliegen soll. Auch in den Schulen der Gemeinde wollen die Hobby-Geologen ein paar Exemplare verteilen. Bei der Realisierung bekamen die Ehrenamtlichen Unterstützung von Bürgermeister Oliver Mesch. „Mit dieser Maßnahme erhoffen wir uns, bekannter zu werden“, sagt Ursula Otten. Zudem planen die Stein-Paten „Pflasterstraßenbegehungen“ anzubieten. „Die Erdgeschichte liegt praktisch unter unseren Füßen“, erklärt Peter Sierau.

Weitere Informationen unter Telefon 04154/ 20 32
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