Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

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Mitarbeiterinnen und Gratulanten feierten im Marstall das Bestehen seit zwei Jahrzehnten Foto: Fischer

20 Jahre Frauenhaus Stormarn: Keiner darf Augen verschließen

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Frauen und Kinder gewalttätiger Männer finden hier Zuflucht und eine Chance auf ein neues Leben: Das Frauenhaus Stormarn ist 20 Jahre alt geworden. Die Stormarner Einrichtung feierte jetzt ihr 20-jähriges Bestehen im Ahrensburger Marstall. „Es wäre besser, wenn es Frauenhäuser nicht geben müsste“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Carola Behr in ihrem Grußwort. Doch auch im Jahr 2016 sind derartige Einrichtungen notwendig – und es ist wichtig, dass es sie gibt.

Frauenhaus überlaufen

Jede vierte Frau wird im Laufe ihres Lebens Opfer häuslicher Gewalt. Eine Zahl, die betroffen macht. Im Kreis Stormarn sind die Betten des Frauenhauses regelmäßig alle belegt. In diesem Jahr nahm die Einrichtung sogar mehr Frauen und Kinder auf, als Kapazitäten da sind. Ihnen allen wurde körperliche oder psychische Gewalt angetan. Landrat Henning Görtz: „Keiner von uns darf über solche Taten hinwegsehen und die Augen verschließen. Mit dem Frauenhaus haben wir in Stormarn eine Einrichtung, die sich mit anderen Sozialdiensten aber auch mit der Polizei und der Staatsanwaltschaft vernetzt.“

Immobilie extra für diesen Zweck gekauft

Das Frauenhaus Stormarn ist eines der kleinsten und das jüngste in Schleswig-Holstein. Es wurde 1996 mit finanzieller Hilfe der Sparkasse Holstein gegründet. Die Immobilie wurde extra für diesen Zweck gekauft und renoviert. Seit 2014 gibt es dort 14 Plätze. Es könnten noch mehr sein. „Gewalt an Frauen ist noch immer ein großes Thema und wird es wohl auch in Zukunft bleiben“, sagte die Gleichstellungbeauftragte Gabriele Fricke, die maßgeblich an der Gründung beteiligt war. Das Haus sei durch Höhen und Tiefen gegangen habe aber immer Unterstützung durch die Politik erhalten.

Ein selbstbestimmtes Leben

Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen unterstützen die Frauen beim Start in ein selbstbestimmtes Leben, bieten Gespräche an und leisten Hilfestellung bei Behördengängen und anderen bürokratischen Hürden. Es soll ein strukturiertes und sicheres Umfeld geschaffen werden. Besuche innerhalb des Frauenhauses sind nicht erlaubt, die neue Anschrift wird dem Umfeld der Frauen zum Schutz verheimlicht. Im vergangenen Jahr mussten rund 150 Frauen und deren Kinder – in etwa noch einmal so viele – aufgrund mangelnder Kapazitäten abgewiesen werden.

Weitere Infos und Hilfe: Telefon 04102 / 8 17 09 (Tag und Nacht) und Frauenhaus Stormarn
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