Bewohner packen selbst mit an

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Noch sieht es chaotisch aus: In Kürze soll am Schanzenbarg ein Nachbarschaftstreff entstehenFoto: fnf

Am Schanzenbarg entsteht ein Nachbarschaftstreff. Handwerker helfen kostenlos

Bad Oldesloe. In dem Oldesloer Problembezirk Schanzenbarg entsteht derzeit ein Nachbarschaftstreff in einem stillgelegten Supermarkt.
Viele Bewohner des Quartiers helfen mit, die früher von Edeka genutzen Räume in ein Stadtteilzentrum zu verwandeln. „Das Engagement ist überwältigend“, sagt Maria Herrmann, Initiatorin des Nachbarschaftstreffs
„SchanZe“.
Noch sieht in dem rund 150 Quadratmeter großen Gebäude alles nach Kernsanierung aus. In dem ehemaligen Lager häuft sich der Schutt, die Wände sind größtenteils freigelegt und den neu eingezogenen Wänden fehlt noch ein Anstrich. Sanitär- und Heizungsanlagen müssen noch eingerichtet werden – es ist noch viel zu tun, bis in den Räumlichkeiten Leben einziehen kann.
„Wenn man seine Zeit mit etwas Sinnvollem verbringen kann, muss man ja nicht zuhause auf der Couch sitzen“, findet Werner Haase.

Lokale Firmen helfen mit

Der Rentner wohnt jetzt seit mittlerweile mehr als 27 Jahren am Schanzenbarg. Der gelernte Maschinenbauer unterstützt bei den Arbeiten, wo er nur kann. Nicht nur die Anwohner tragen zu den Arbeiten an ihrem neuen Treffpunkt bei, auch regionale Firmen helfen ehrenamtlich. Der Architekt Dirk Seibel etwa hat kostenlos die Planung übernommen und der Verwertungsbetrieb Borowski & Hopp stellt Container für den anfallenden Schutt zur Verfügung. Auch Handwerker versprachen unentgeltlich ihre Mithilfe. Maria Herrmann freut sich über so viel Unterstützung: „Das ist der Vorteil an einer Kleinstadt. Viele springen schnell ein, ohne Aufhebens.“
Das Stadtteilzentrum ist Teil des Stadtentwicklungsprojektes Q8, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die Lebensqualität in unterentwickelten Vierteln zu verbessern. Zusammen mit den Menschen vor Ort und gemeinnützigen Institutionen soll eine Vernetzung stattfinden. Nur so kann etwa die Miete für den ehemaligen Lebensmittelmarkt aufgebracht werden. Fünf Kooperationspartner teilen sich die Mietkosten, ein Sechstel wird in Eigenleistung aufgebracht werden müssen.

Fördermittel

Geld gibt es vom Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Bei einem Wettbewerb fand das Modell des Zentrums so großen Anklang, dass es als eines von sieben weiteren Projekten für Fördermittel in Höhe von 53.000 Euro ausgewählt wurde. Aus einer Laune heraus hat Maria Herrmann das Projekt außerdem beim Wettbewerb „Die schönste Straße Deutschlands“ von Hagebau angemeldet. Es winkt ein Preisgeld von 5000 Euro. (fnf)
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