Biovergärungsanlage erzeugt Strom und Wärme

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Zu ersten Spatenstich traten an: v.l. Dennis Kissel, Geschäftsführer AWSH, Olaf Stötefalke, AWSH, Wolfram Gelpke, AWT, Holger Pfau, AWT und Heiner Gnodtke, Projektleiter Axpo. Foto: pi/bm

Fertigstellung des 4,5 Millionen teuren Projektes noch in diesem Jahr

Trittau. Letzte Woche setzten Verantwortliche der Abfallwirtschaft Südstormarn (AWSH) den ersten Spatenstich für die neue Biovergärungsanlage beim Kompostwerk. Parallel dazu wurde auf der Baustelle am Herzstück der 4,5 Millionen Euro teuren Anlage, dem Fermenter gearbeitet. Bis Ende des Jahres muss alles fertig sein.
Anfang Januar kommt die erste Fuhre Abfall aus dem Herzogtum Lauenburg zur Verarbeitung an, zusätzlich zu den 17.000 Tonnen Bioabfall aus Stormarn. Insgesamt 30.000 Tonnen werden dann jährlich in mehreren Schritten zu Biogas und Kompost verarbeitet. Das im Fermenter erzeugte Biogas wird über ein Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt. Aus den Bioabfällen aus 115.000 Haushalten in Stormarn und 90.000 Haushalten im Herzogtum Lauenburg entstehen über vier Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom.
Nach Abzug des Eigenbedarfs werden davon zirka drei Millionen kWh ins öffentliche Netz eingespeist. Was für die Gaserzeugung nicht geeignet ist und die Gärreste nach der Gasgewinnung werden weiterhin zu Kompost und Dünger für die Landwirtschaft verarbeitet.
Die Vergärung reduziert erheblich den Ausstoß von Kohlendioxid und bedeutet für die beiden Kreise einen CO2-Gutschrift von 3000 Tonnen pro Jahr.
„Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Region“, betont AWSH-Geschäftsführer Dennis Kissel. Die Hightec-Anlage, die jetzt in Trittau entsteht, kostet zunächst mehr. „Umso mehr freuen wir uns, dass die Politik sich für die Umwelttechnik entscheiden hat. Es ist nicht die billigste, aber die preiswerteste Art, Bioabfälle zu verarbeiten“, sagt Kissel. In Stormarn wird mit einer Kostenreduktion von zehn Prozent gerechnet. Rund fünf Lkws pro Tag mehr werden ab 2013 die Anlage anfahren.
Ein Problem ist, dass zu wenig Bürger kompostieren. In Stormarn haben 65 Prozent der Haushalte eine Biotonne. „Vom Gesetz her ist man sogar verpflichtet, den Müll zu trennen, aber wir wollen nicht mit Druck arbeiten, und jedem eine Biotonne hinstellen“, so Olaf Stötefalke von der AWSH. Stattdessen will man noch mehr Aufklärung betreiben und mit einem neuen Entgeltsystem Anreize für die Benutzung der Biotonne schaffen. (pi/bm)
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