Bischöfe baten um Vergebung

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Kamen, um die Opfer der Missbrauchsfälle um Vergebung zu bitten: Die Bischöfe der Nordelbischen Kirche Kirsten Fehrs und Gerhard Ulrich predigten in der Ahrensburger Schlosskirche und luden zum Gespräch. Foto: pi/ Marleen Kertscher

Kirsten Fehrs und Gerhard Ulrich äußerten sich zum Thema Missbrauch

Von Victoria Kirjuschkin
Ahrensburg. Erstmals seit die Missbrauchsfälle in der Ahrensburger Kirchengemeinde 2010 öffentlich wurden, besuchten eine Bischöfin und ein Bischof die Schlosstadt.Etwa 300 Gäste kamen zum Gottesdienst.
In einer Doppelpredigt äußerten sich Kirsten Fehrs und Gerhard Ulrich am vergangenen Sonntag zu den Vorfällen in den 70er- und 80er-Jahren, bei denen Jungen und Mädchen Opfer sexueller Gewalt wurden. Anwesend war auch der ehemalige Pastor Friedrich Hasselmann. Er soll davon gewusst haben, dass sein Kollege Dieter Kohl Jugendliche und junge Erwachsene missbrauchte. Kohl selbst gab seine Verfehlungen im Sommer 2010 zu. Der Fall Friedrich Hasselmann wird derzeit vor dem Kirchengericht verhandelt, bei einer Verurteilung, werden seine Versorgungsansprüche gestrichen.
Eine Woche vor dem Besuch der Bischöfe hatte Schlosskirchenpastor Matthias Haak den Umgang der Nordelbischen Kirche mit Tätern und Opfern kritisiert. Haak forderte: „Die Kirche muss endlich glaubhaft die Perspektive der Opfer annehmen.“ Bischof Ulrich bat alle Geschädigten um Vergebung. Er kündigte die Einsetzung einer Arbeitsstelle für Missbrauchsopfer an. Eine Expertenkomission für Entschädigungen soll einberufen werden. Auch Bischöfin Fehrs äußerte sich: „Ich stehe hier für die Kirche, die den Täter ungewollt geschützt hat und so schwerfällig aufklärt.“ Anselm und Sebastian Kohn vom Verein „Missbrauch in Ahrensburg“ begrüßten den Bischofsbesuch. Nun sei zu „hoffen, nach sehr vielen Worten auch Taten zu erleben, die den Betroffenen gerecht werden.“
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