Bürger gegen Bauplan für „An den Stücken“

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„Basta“-Mitglieder demonstrierten mit Transparenten und Spruchbändern vor der Ausschusssitzung Foto: cs

Initiative „Basta“ machen Front gegen die innerstädtische Bebauung in Bargteheide

Von Christina Schlie
Bargteheide
Protest am Eingang zur Sitzung des Ausschusses für Planung und Verkehr. 15 Mitglieder der Bürgerinitiative „Basta“ demonstrierten gegen die Baupläne in dem Gebiet An den Stücken. „Mit diesen B-Plänen zerstören wir den kleinstädtischen Charakter unserer Stadt und die Atmosphäre“, sagt Bodo Rote, Sprecher der Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt der Grünflächen einsetzt. Bezahlbarer Wohnraum sei zwar wichtig, müsse aber unbedingt dezentralisiert werden. Ein großes Parkhaus in Bahnhofsnähe biete außerdem möglichem Drogenhandel Regenschutz, so Rote. Neben dem B-Plan stand ein Antrag der Grünen auf der Tagesordnung. Er sah vor, alle Bauleitverfahren der Stadt grundsätzlich auszusetzen (abgesehen von festgelegten Ausnahmen), bis ein umfassendes Stadtentwicklungskonzept erstellt ist. „Wir brauchen Orientierung und stabile Kriterien, anhand derer wir wichtige Entscheidungen für die Stadt treffen können“, sagte Thomas Fischer (Grüne). Große Fragen wie sozialer Wohnungsbau, Entwicklung der S4 sowie die Innenstadtverdichtung müssten vor Beginn umfangreicher Bauvorhaben beantwortet werden. Das starke Bürgerinteresse zeige, wie enorm groß der Erklärungsbedarf sei. „Wir müssen wissen, wo wir langfristig hinwollen“, so Fischer. Die CDU signalisierte sofort, einen solchen Antrag nicht zu unterstützen. „Wir haben die starke Stellung der Stadt nur erreicht, indem wir aktuelle Konflikte angegangen sind“, sagte der Ausschussvorsitzende Claus Christian Claussen. Sich vor Problemen zu drücken, indem man sie auf die lange Bank schiebt, bringe nichts. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum sei jetzt akut. Wichtige soziale Projekte wie das Öko-Dorf Am Krögen und das Mehrgenerationenprojekt mit Inklusionsansatz Am Bornberg lägen mit diesem Antrag ebenfalls auf Eis. Auch die SPD unterstützte die Grünen nicht. Der Versuch von Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht (parteilos) zu vermitteln, blieb vergebens. Der Unmut der Zuhörer wuchs weiter, als der Ausschuss beim Thema B-Plan An den Stücken einem Vergrämungsversuch der Krähen zustimmte. Bevor dort gebaut werden kann, müssen die dort ansässigen Tiere umgesiedelt werden. Das dies ein schwieriges Unterfangen ist, stellte Dr. Stefan Greuner-Pönicke, beratender Diplom Biologe, bereits in seinem Artenschutzgutachten während der letzten Ausschusssitzung dar. Eine Umsiedlung der Tiere kann nur dann effektiv erfolgen, wenn man ihnen das alte Zuhause nimmt und ein neues dafür anbietet. Im Falle des B-Plans Nr. 3 bedeutet dies, 46 große Bäume müssten gefällt werden, um die Krähen zu vergrämen. „Eine weitreichende Entscheidung, mit der nicht leichtfertig umgegangen werden sollte“, kam der eindringliche Appell aus der Bevölkerung. Die Bürgerinitiative „Basta“ trifft sich jeden Montag, um 19 Uhr im Papendoor (Lindenstraße 1) um weitere Schritte zu besprechen. Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht versprach, das Projekt Stadtentwicklungskonzept im Gespräch mit den einzelnen Fraktionsvorsitzenden weiter zu erörtern.

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