Bürger spucken in die Hände

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Siegfried Höchst, 2. Vorsitzender des Hoisbütteler SV, schaut auf den stark sanierungsbedürftigen Grandplatz.

Neuer Kunstrasenplatz muss her, Hoisbüttler starten ungewöhnliche Aktion

Von Hans-Eckart Jaeger
Ammersbek. Den ganzen Tag hat es geregnet. „Jetzt wird unser Sportplatz sicherlich wieder stark in Mitleidenschaft gezogen worden sein“, sagt Siegfried Höchst. „Es wird Zeit, dass wir endlich vom Grandplatz Abschied nehmen.“
Der 52 Jahre alte Unternehmensberater ist 2. Vorsitzender des Hoisbütteler SV und hat sich ein großes Ziel gesetzt. Mit seinen Vorstandskollegen Udo Heck (1. Vorsitzender), Dirk Fey (Schatzmeister) und Arne Köhler (Sportwart) will Höchst dafür sorgen, dass die Fußballer des Kreisklassenvereins spätestens in der übernächsten Saison auf einem neuen Kunstrasenplatz um Punkte kicken kann.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Kunstrasenplätze der dritten Generation haben kaum Verletzungsrisiken, sie halten mindestens 15 Jahre, sparen Kosten (u.a. weil sie keine Bewässerung brauchen) und sind fast das ganze Jahr bespielbar. Aufgrund der Gummifüllung entstehen auch bei schweren Stürzen keine Verbrennungen mehr.
Der Bau kostet rund
500 000 Euro.
Wie könnte die Finanzierung aussehen? Der Hoisbütteler SV übernimmt den Platz von der Gemeinde Ammersbek, die Gemeinde stellt für den Platz den Betrag in den Haushalt, der für die Sanierung (220 000 Euro) notwendig wäre. Der Verein nimmt ein Darlehen über rund 210 000 Euro auf und zahlt dieses über 15 Jahre ab. Rund 70 000 Euro sollen über Spenden, Sponsoren, Fördergelder und Stiftungen eingenommen werden. Der Ammersbeker Bürgermeister Horst Ansen (SPD) hat auch ein Herz für Fußball und hilft mit seinen Kontakten.
„Wir schaffen das“, kündigt Siegfried Höchst an. Eigentlich hat er mit Fußball nicht viel im Sinn, er spielte früher Tennis beim THC Ahrensburg, Klipper Hamburg und Rot-Weiß Berlin, zeitweise sogar in der 2. Bundesliga, und er besitzt auch die A-Lizenz als Tennistrainer.
Aber als bei der letzten Mitgliederversammlung in Hoisbüttel niemand einen ehrenamtlichen Vorstandsposten übernehmen wollte, erklärte sich der Freizeit-Volleyballer bereit zu helfen.
„Entweder wir machen das zusammen oder wir schauen zu, wie sich der Verein langsam auflöst“, sagten sich Heck, Fey, Köhler und Höchst. Sie ließen sich wählen, spuckten in die Hände und begannen mit der Arbeit.
„Wir konnten gleich Gas geben, denn meine Kollegen sind wie ich selbständig und haben ausreichend Zeit“, so Höchst. Die 1250 Vereinsmitglieder des Hoisbütteler SV danken es ihnen und dem Fußball-Abteilungsleiter Kay Weber, der ursprünglich die Idee von Kunstrasenplatz hatte.
Die Aktion (Motto: „Wir suchen Sportplatzbauer“) läuft erst seit wenigen Wochen, es sind schon mehr als 3000 Euro zusammengekommen. Und so funktioniert es: Wer will, „kauft“ auf der Homepage (www. hoisbütteler-sportverein.de) ein Stück Kunstrasen für mindestens 30 Euro und wird so eine Art Mitbesitzer.
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