Bürgerwehr patrouilliert in Lütjensee

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Julian Geisler zeigt das Schild seiner Bürgerwehr, die er ins Leben rief, nachdem bei ihm eingebrochen wurde

Initiator Julian Geisler: „Miese Besetzung der Polizeistation“

Lütjensee. Einige Bürger in den Gemeinden des Amtes Trittau sind beunruhigt. Regelmäßig tauschen sie sich via Facebook unter „trittau.aktuell“ darüber aus: Seit Jahresanfang brachen Unbekannte unter anderem in die Trittauer Bäckerei Meyns, die Bücherei Hagedorn und in ein Unternehmen im Technologiepark ein. Laut Polizeisprecherin Sonja Kurz soll die Bewohnerin eines Hauses in der Kirchenstraße vergangenes Wochenende in den Morgenstunden einen Mann mit grauem Kapuzenshirt in ihrem Hausflur überrascht haben, der vermeintliche Einbrecher flüchtete. Trotz Fahndung wurde niemand entdeckt. Andere Zeugen beobachteten, dass Unbekannte etwa zur selben Zeit Häuser und Carports an der Bahnhofstraße und am Alter Markt inspizierten. Das will eine Handvoll Bürger nicht einfach hinnehmen. Seit ein paar Monaten organisieren sie Streifengänge durch die Nachbarschaft. „Es ist nicht unser Ziel, Polizei zu spielen oder Einbrecher festzunehmen“, sagt Julian Geisler. Der Lutjenseer hat die Bürgerwehr im Oktober vergangenen Jahres gegründet, nachdem in sein Haus eingebrochen worden war. „Das ist ein sehr belastendes Gefühl, wenn man weiß, dass fremde Personen in die Privatsphäre eingedrungen sind und man nichts dagegen unternehmen konnte.“
Ob die Zahl der Einbrüche in der Region tatsächlich angestiegen ist, kann Geisler nicht sagen. „Ich habe schon das Gefühl, dass es so ist. Aber das ist vielleicht nur mein subjektives Empfinden, da ich selbst betroffen bin.“ Ein Problem sieht der Familienvater in der „miesen Besetzung der Trittauer Polizeistation“ und meint die dünne Personalstärke. Nach der Meldung eines Einbruchs könne nach seiner Erfahrung eine dreiviertel Stunde vergehen. In Geislers Nachbarschaft kam es immer wieder zu Einbrüchen. Mit der Bürgerwehr sollen verdächtige Beobachtungen zusammengetragen werden. „Viele Mitglieder gehen ohnehin Spazieren und mit ihrem Hund Gassi.“ Wer auf Streife etwas Verdächtiges beobachtet, meldet das seinen Kollegen oder informiert gegebenenfalls die Polizei.
Derzeit gibt es sechs aktive Bürgerwehr-Mitglieder. Es gab auch schon Kritik an der Initiative. Das betraf den Namen „Bürgerwehr“. „Das war einigen zu militärisch aber das ist es natürlich nicht.“ Doch ist eine Bürgerwehr wirklich nötig? Polizeisprecher Andreas Dirscherl sagt: „Wir haben keine erkennbare Steigerung von Einbrüchen im Bereich Trittau.“ Generell seien Hamburger Randgebiete aber bei Einbrechern beliebt. (fnf)
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