Busbegleiter bleibt

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Busbegleiter Andrew Clayson (v.l.) und Danny Franke, Mitarbeiter beim Zentrum für interkulturelle Zusammenarbeit (ZiB), an der Haltestelle beim Ahrensburger Rathaus Foto: fnf

Ahrensburg gibt Geld für besonderen Service

Von Finn Fischer
Ahrensburg
20 Stunden in der Woche pendelt Andrew Clayson in den Bussen der Linie 569 durch Ahrensburg. Als ehrenamtlicher Busbegleiter hilft er älteren und körperlich beeinträchtigten Menschen beim Ein- und Aussteigen. Zudem untersützt der 47 Jahre alte Ahrensburger den Busfahrer dabei, Ordnung zu halten, für Nicht-Ahrensburger ist er Stadtführer und für Senioren gerne gesehener Gesprächspartner.

Senioren und junge Familien brauchen Hilfe


„Beim Zusteigen zu helfen ist mittlerweile eher eine Nebensache“, sagt der gebürtige Brite, der seit 40 Jahren in der Schlossstadt lebt. Der persönliche Kontakt zu seinen Klienten ist mit der Zeit gewachsen. Viele kennt er schon lange. „Es ist eine tolle Aufgabe, die mir viel Freude macht“, sagt Clayson, der mit seiner offenen Art für viel Sympathie sorgt. Für ihn ist sein Ehrenamt eine Berufung. „Mittlerweile weiß ich bei zwei Dritteln der Mitfahrer schon, an welcher Haltestelle sie aussteigen werden“, so der 47-Jährige.
Der Busbegleitservice wird von dem Verein Zentrum für interkulturelle Bildung und Arbeit (ZiB) organisiert und von öffentlichen Geldern finanziert. Durch das Projekt sollen sich Senioren und Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen im Bus sicherer fühlen.
„Zu Spitzenzeiten hatten wir hier in Stormarn einmal 15 Busbegleiter, doch das ist nicht mehr finanzierbar. Mittlerweile haben wir im Kreis nur noch zwei“, sagt Danny Franke, der den Busbegleitservice bei ZiB koordiniert.
Dabei ist die Hilfe in öffentlichen Verkehrsmitteln für viele Senioren unerlässlich. „Diese Menschen sind bei der Benutzung der Buslinie auf die Unterstützung der Helfer angewiesen. Hinzu kommen außerdem Familien mit Kinderwagen und Karren“, so Angelius Krause, Vorsitzender des Behindertenbeirats. Über seinem Antrag auf Fortsetzung der Förderung haben die Mitglieder im Bauausschuss auf ihrer letzten Sitzung beraten.
„Der Antrag wurde einstimmig und parteiübergreifend angenommen“, berichtet Ausschussvorsitzender Hartmut Möller (SPD). Es geht dabei um eine Summe von 2.250 Euro, mit der die Aufwandsentschädigungen an die ehrenamtlichen Busbegleiter bezahlt werden.
Doch die Auszahlung des Geldes könnte sich noch bis Mitte des Jahres hinziehen. „Aus rechtlichen Gründen kann das Geld erst im Nachtragshaushalt eingeplant werden, wie wir von der Verwaltung erfahren haben“, sagt Hartmut Möller. Bis dahin müsse die Finanzierung irgendwie provisorisch überbrückt werden.

Zwe

i Begleiter garantiert


„Wir wissen, dass viele erst durch diesen Service wieder die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und etwa eigenständig zum Einkaufen fahren“, so Franke. Ohne den Busbegleitservice würden viele ältere Menschen wohl zu Hause bleiben. Für den Koordinator des Busbegleitservices ist die positive Abstimmung eine gute Nachricht und ein Erfolg. „Damit kann die Linie noch in diesem Jahr voll besetzt werden. Wir hoffen natürlich, dass das Projekt auch in den nächsten Jahren noch gefördert wird.“
An der Buslinie 569 liegen vier Einrichtungen mit einem sozialen Hintergrund, das Kinderhaus Blauer Elefant, der Wohnpark Auetal, Haus Gartenholz und die Einrichtung Stormarner Wege. In den Anlagen leben insgesamt 296 Menschen, in den beiden Senioreneinrichtungen sind drei Viertel der Bewohner auf einen Rollstuhl angewiesen.
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