Der Klima-Sheriff

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Bürgermeister Oliver Mesch begrüßt den neuen Klimaschutzmanager, Christoph Magazowski Foto: bm

Neuer Beauftragter soll Trittauer Konzept umsetzen

Von Birgit Maurer
Trittau
Der neue Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Trittau ist ab sofort im Dienst. Christoph Magazowski, gebürtiger Pole, aufgewachsen in Hamburg und derzeit in Glinde wohnhaft, hat Stadtplanung an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) studiert und 2004 seinen Bachelor gemacht. Nach einer Tätigkeit in Polens Bauverwaltung ist er an die Uni zurück gekehrt, um sein Diplom zu machen. Thema der Diplomarbeit: „Stadtwerke im liberalisierten Energiemarkt“. Nach dem Diplom 2007 arbeite er in einer Unternehmensberatung mit dem Schwerpunkt Stadtwerke. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter kehrte er später an die Uni zurück, war für Vorlesungen, Projekte und Forschung im Bereich Stadtplanung zuständig. Er begann mit seiner Promotion, für die er zum Thema „Schnittstelle neuartige Sanitärsysteme und Abwassergebühr“. Seit 2011 ist er auch Stipendiat der Adenauer Stiftung. Hintergrund seiner Doktorarbeit ist das veraltete Abwassersystem in Deutschland, das wegen der schlechten Ressourcenrückgewinnung nicht mehr für den Export von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) empfohlen wird. Erkenntnisse aus der Forschung sollen auch in Trittau, zum Beispiel bei der Planung von Neubaugebieten, einfließen.

„Wir sind gefangen in einem System, dass nicht funktioniert.“ Christoph Magazowski

„Aus Sicht der Schonung der Ressourcen sollte man Wasser sparen, das macht aber die jetzigen Kanäle teurer in der Wartung“, erklärt Magazowski. Er ist für ein System, dass schon beim Abwasser die Ströme trennt, um die Rückgewinnung, beispielsweise von Phosphor, zu erleichtern. Die Nährstoffverwertung wäre besser, Spülwasser würde kaum noch gebraucht. Das Tarifsystem müsste entsprechende Anreize setzen.
Christoph Magazowski hat eine halbe Stelle, befristet auf drei Jahre, die vom Forschungszentrum Jülich gefördert wird. Zunächst soll das schon erarbeitete Klimakonzept der Gemeinde umgesetzt werden. Ganz konkret hat er sich in seinen ersten Arbeitstagen mit der Einführung der „Master Slave“ Steckdose beschäftigt, die beim Herunterfahren des Computers alle Monitore automatisch ausschaltet. „Das wird oft vergessen“, weiß Bürgermeister Oliver Mesch. 60 Monitore im Standby-Betrieb verbrauchen bis zu 1300 Kilowattstunden Strom im Jahr, soviel wie ein Einpersonenhaushalt. Das entspricht etwa 350 Euro. Die Anschaffung der „Master Slaves“ hätte sich nach drei Jahren amortisiert. Zudem geht es um ein Projekt der Post, die CO2-neutrale Briefzustellung. Für etwas höhere Gebühren werden die Briefe mit dem Logo „GoGreen“ versehen. Aus dem Aufpreis werden Kilmaschutzprojekte unterstützt, etwa die Aufforstung der Regenwälder.
Das große Grobziel des bundesweiten Klimaschutzes ist, bis 2050, in der Bundesrepublik 80 Prozent CO2 einzusparen.

Christoph Magazowski ist dienstags bis donnerstags unter 04154/80 79 62 sowie unter christoph.magazowski@trittau.de zu erreichen. Ab 2016 sind Bürgersprechstunden geplant
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