Die Friedensstifter

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Dr. Martin Ernst (v.l.), Pastorin Ursula Wegmann und Klaus Nikolai im Büro der Pastorin Foto: wb

Neuer Kirchengemeinderat Ahrensburg stellt sich vor

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Der Missbrauchsskandal, die vorübergehende Schließung der St. Johannes Kirche und Zank innerhalb der Gemeinde: Der scheidende Kirchengemeinderat hatte mit vielen Unwegbarkeiten zu kämpfen. Nach der Verabschiedung kümmert sich nun ein neues Gremium um die Belange der Ahrensburger Kirche.
„Nach allem was in den vergangenen Jahren passiert ist, haben die Menschen das Vertrauen verloren“, sagt Pastorin Ursula Wegmann, die dem kommissarischen Gremium vorsitzt. „Es ist vieles aufzuarbeiten und ich weiß nicht, ob es gelingt. Vielleicht sind die Fronten schon zu verhärtet?“
Sie betont aber: „Vom Kirchengemeinderat wurde kein Trümmerhaufen hinterlassen.“ Es sei einfach eine schwere Zeit gewesen, so die Geistliche. „Wir müssen nun die bestehenden Probleme in der Gemeinde sichten, sondieren und lösen.“
Jetzt liegt es an dem neuen Gremium, die Wogen der Vergangenheit zu glätten.
„Die Arbeit ist sehr konzentriert und zielorientiert“, so Klaus Nikolai, zweiter Vorsitzender und Rechtsexperte. Das Misstrauen sitzt tief in der Ahrensburger Gemeinde. Auch der neue Rat um Pastorin Wegmann hat bereits mit Anfeindungen zu kämpfen. „Es gibt Behauptungen, dass wir illegal arbeiten und schwere Vorwürfe gegen Probst Buhl“, sagt Kirchengemeinderat Dr. Martin Ernst. Konkret äußerten Gemeindemitglieder Kritik, der Probst habe das neue Gremium praktisch im Alleingang bestimmt, um kritische Stimmen mundtot zu machen. Einige Mitglieder des ehemaligen Gemeinderats blieben der Verabschiedung vor zwei Wochen fern. Einige vermuten darin stillen Protest, andere einfach Terminüberschneidungen.
Pastorin Ursula Wegmann betont: „Das Gremium wurde demokratisch vom Kirchenkreis gewählt.“ Neuwahlen soll es geben, „wenn die Strukturen wieder hergestellt sind.“
Wann das sein wird, steht freilich noch nicht fest. Auch würden derzeit keine Kapazitäten zur Verfügung stehen. Eine Wahl kostet Geld und Zeit. Wahrscheinlich ist ein Termin im nächsten Jahr möglich. Jetzt ist der Blick nach vorne gerichtet. Nach Meinung Wegmanns lohnt es sich, für die Gemeinde zu kämpfen.
„Es gibt hier viel Positives. Der evangelische Friedhof schreibt schwarze Zahlen. Ich erlebe eine sehr lebhafte Gemeindearbeit. Es gibt viel ehrenamtlich tätige Menschen und eine gute Jugendarbeit“, stellt Pastorin Wegmann fest. „Das können und wollen wir stärken.“
Sie und ihr zehnköpfiges Gremium bauen nun auf Versöhnung. Wegmann: „Wir wünschen uns einen respektvollen Umgang unter den sich gegenüberstehenden Gruppen.“
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