Dokumente der NS-Zeit

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Klaus Bustorf beeindruckte das Plakat, das die Propagandarede von Joseph Goebbels zeigt, besonders Fotos: bm

Stormarnsches Dorfmuseum Hoisdorf stellt historische Schulwandtafeln aus

Hoisdorf Mit der Sonderausstellung „Schulwandbilder 1914 - 1945 – Dunkle Momente Deutscher Geschichte“ beteiligt sich das Stormarnsche Dorfmuseum an der Aktion „Der Kreis Stormarn liest ein Buch“. In chronologischer Folge haben Museumsleiter Klaus Bustorf und sein Team die Tafeln aus dem 1. Weltkrieg bis Ende des 2. Weltkriegs geordnet. Sie stammen aus eigenem Bestand, teilweise sind es Leihgaben der Uni Würzburg. Die Tafeln wurden bis in die 70er-Jahre als wichtiges Medium verwendet, um Schülern Wissen über Technik, Natur, fremde Kulturen und eben auch Geschichte zu vermitteln. In der heutigen Zeit kaum noch vorstellbar, waren sie Lehrmaterial, bis sie irgendwann als unzeitgemäß erachtet und entsorgt wurden. Das Dorfmuseum hatte das Glück, von Schulen aus Lasbek und Großhansdorf solche Karten zu bekommen. Etwa 300 Stück finden sich im Museumsbestand. Zudem konnte Klaus Bustorf von der Forschungsstelle Historische Bildmedien in Würzburg ergänzende Tafeln ausleihen und zu jeder Tafel eine Erklärung formulieren. „Dabei habe ich selbst noch viel gelernt“, sagt er. Großes Lob kam von der Kreiskulturreferentin Tanja Lüthje: „Das ist ein unheimlicher Arbeitsaufwand gewesen, Respekt“, sagte sie. Gezeigt werden insgesamt 22 Tafeln.
Zu sehen sind unter anderem der scheinbar unterwürfige Händedruck Hitlers als Reichspräsident Paul von Hindenburg ihn im März 1933 zum Reichskanzler ernennt. Dieses Bild beeindruckte auch Besucherin Gisela Ritscher (83): „1939 war ich fünf Jahre alt und wollte meinen Vater verstecken, weil er eingezogen wurde“, erinnert sich die alte Dame, die auch noch gut das Plakat „Sieg oder Bolschewistenchaos“ vor Augen hat. Deutlich wird auch die Zerstörung deutscher Städte im 2. Weltkrieg, der Bau der Autobahnen, Aufmärsche, die Speisungen durch die Quäker. Auch die Judenverfolgung wird auf den Plakaten dargestellt, die teilweise abgemalte Fotografien oder Gemälde sind.
Dieser Gang durch die Geschichte ist gut geeignet, die Thematik des Buches von Jennifer Teege zu illustrieren. Eine kurze Lesung aus ihrem Buch „Amon – Mein Großvater hätte mich erschossen“ von Marianne Lentz gab einen Einblick. Jennifer Teeges Biografie wurde für die Aktion „Stormarn liest ein Buch“ ausgewählt. Ein Jahr lang werden zahlreiche Veranstaltung rund um das Thema im Kreis organisiert. (bm)

Die Ausstellung wird bis zum 2. Juni gezeigt. Das Museum ist dienstags
von 9 Uhr bis 12 Uhr, sonnabends von 14 Uhr bis 17 Uhr und nach Anmeldung
(04107/4556) geöffnet
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