Ein Garten mit vielen Kulturen

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Aixin Chan pflanzt Gemüse für den Eigenbedarf an

25 Familien verschiedener Nationalitäten bewirtschaften Parzellen in der Turmstraße

Bad Oldesloe. Kinder pflücken Erdbeeren und gießen die Beete. Eine Asiatin erntet Erbsen und Bohnen und zwischen drin steht Ingrid Buchwieser. Sie ist eine der ehrenamtlichen Frauen, die den „Garten für alle“ in der Turmstraße betreut. Dabei ist sie ganz in ihrem Element.
„Im Sommer bin ich fast jeden morgen hier“, sagt Ingrid Buchwieser. Wer sich von der 61-Jährigen durch den Nutzgarten hinter der Jugendprojektwerkstatt (JuP) führen lässt, merkt schnell die Begeisterung und die Hingabe, mit der sie den Hobbygärtnern und den Kindern mit Rat und Tat zur Seite steht.

Kulturelle Vielfalt

Im Mittelpunkt des Projektes steht die kulturelle Vielfalt.
Vor allem Migranten hilft das gemeinsame Gärtnern, Kontakte außerhalb der Familie aufzubauen und sich zu ver-netzen. Das war auch die Idee der Gründerinnen Petra Helvig und Margarethe Twenhöven vor drei Jahren. Seit 2010 gibt es den Garten. Ursprünglich stand hinter dem Gebäude, in dem sich auch das Initiativenhaus (Inihaus) befindet, nur der Lehmofen, in dem armenische Frauen auf traditionelle Art Brot backen konnten. Dann kam ein Kräuterbeet dazu, später immer mehr Parzellen. Mittlerweile ist eine richtige Gemeinschaft entstanden.
„Es ist schön, wenn man sich bei Ingrid oder den anderen Gärtnern Rat holen kann. Und meinen Kindern macht das auch viel Spaß“, sagt Aixin Chan. Die Hobbygärtnerin, die ursprünglich aus China stammt, pflegt ein Beet hinter der Jugendprojektwerkstatt. Auch aus finanziellen Gründen baut sie hier Gemüse zum Eigenverbrauch an.
„Für uns ist das Gemüse hier sehr teuer“, sagt sie. Durch ihren Eigenanbau spare sie viel Geld. Wie Aixin Chan geht es vielen. Ingrid Buchwieser: „Viele, die sich hier beteiligen, haben keinen eigenen Garten. Hier gibt es für sie die Möglichkeit, sich zu entfalten.“

Garten ist nicht umzäunt

Auch die Kinder der Familien können hier in die Welt der Bohnen, Tomaten und Kartoffeln eintauchen. Michael etwa schaute mit seinem fünfjährigen Bruder Gidion vorbei. Sie wollten prüfen, wie weit die Kartoffeln sind. „Wir helfen unserem Papa bei der Gartenarbeit“, sagt der Neunjährige. Leider wurden ihre Kartoffeln schon von einem Unbekannten geerntet.
„Der Garten ist nicht umzäunt und jeder kann rein. Dass mal Obst oder Gemüse wegkommt, passiert leider manchmal“, erklärt Ingrid Buchwieser. Vandalismus sei aber eine absolute Ausnahme, versichert sie. Es sei auch schon mal vorgekommen, dass jemand einen großen Kürbis mitgenommen hat und ein paar Tage später mit schlechtem Gewissen versprach, nächstes Jahr beim Gärtnern mitzuhelfen.
Am Leben gehalten wird der interkulturelle Garten durch Sachspenden oder Unterstützungen durch gemeinnützige Organisationen. Etwa 25 Familien bewirtschaften Beete in dem offenen Garten. (fnf)
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