Ein markantes Problem

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Sprecherin Bärbel Hammer (v.l.), Geschäftsführer Christian Lahrtz und Juristin Dr. Susanne Will von Bartels-Langness

Investor sieht sich bei Schützenplatz-Projekt von Gemeinde im Stich gelassen

Von Birgit Maurer
Trittau. Christian Lahrtz ist richtig sauer: „So kann man mit uns nicht umgehen“, sagt der Geschäftsführer des geplanten Markantmarktes auf dem Schützenplatz. Was in Trittau passiert, sei ihm in seiner 15-jährigen Tätigkeit für das Familienunternehmen Bartels-Langness (Famila, Markant), kurz „Bela“, noch nicht passiert. 
Grund  des Ärgers: Das Unternehmen plant seit fünf Jahren die Bebauung des Schützenplatzes mit einem Markantmarkt. Mit dem Discounter Aldi hat das Unternehmen bereits langjährige Mietverträge als Kooperationspartner unterzeichnet. Zudem hat Bela der Gemeinde zugesagt, die Straße „Zur Mühlau“ fertigzustellen und dafür Grundstücke angekauft. „Für Grundstücks- und Planungskosten haben wir bereits jetzt 2,5 Millionen Euro ausgegeben“, erklärt Lahrtz. Insgesamt wollte Bela neun Millionen Euro in das Projekt investieren.
Inzwischen hat Günther Süllau das alte Meiereigelände gekauft und plant dort einen Edekamarkt, doppelt so groß wie Markant. 

„Nach der negativen Stellungnahme der Landesplanung zu den Supermärkten in unmittelbarer Nachbarschaft waren wir sicher, die Politiker würden das Edeka-Projekt stoppen, aber es sieht nicht so aus“, sagt Lahrtz. Die Landesplanung hatte ausdrücklich vor den negativen Auswirkungen auf den Süden des Ortes gewarnt, wo sich bislang der Edeka-Markt befindet, und festgestellt, dass diese Planung die bisherige auf dem Schützenplatz „ad absurdum“ führt.Nach dem politischen Mehrheitswechsel im Jahr 2013 ist das von der Mehrheit aus CDU- und Grünen-Fraktion möglicherweise gewollt, waren diese Parteien doch schon immer gegen die Schützenplatzbebauung. Allerdings könnte der Richtungswechsel der Politik für die Gemeinde teuer werden.„Wie behalten uns Schadenersatzforderungen und eventuell auch Forderungen wegen des entgehenden Gewinns vor“, betont Lahrtz. Niemand könne davon ausgehen, dass Bela einerseits für die Gemeinde eine Straße baue, andererseits sich einem Verdrängungswettbewerb aussetze.

Von dem Vorgehen der Gemeinde ist Christian Lartz enttäuscht. Er habe gedacht, man würde sich an Zusagen und Absprachen halten, so wie es auch Usus in seiner Firma wäre, die an keinem anderen Standort derartige Probleme habe. Lahrtz berichtet, dass auch Bela an dem Kauf des Meiereigrundstückes interessiert war und in diesen Verhandlungen immer die Rede von kleinen Fachmärkten war.
„Dann ist Herr Süllau in die Verhandlungen gegrätscht und heute ist von Fachmärkten nicht mehr die Rede“, bemängelt er. Trittau müsse sich entscheiden: „Entweder Markant mit Aldi und die Fertigstellung der Straße oder Edeka ohne Straße. Mein dringendster Wunsch wäre eine Beschlusslage für Markant in der nächsten Gemeindevertretung, dann fangen wir sofort mit dem Bau an“, so Lahrtz. Die Gemeindevertreter tagen am Donnerstag, 11. Dezember, 19.30 Uhr. (bm)
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