Ein neues Café – Gemeinschaft inklusive

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Das Gebäude des Robben Cafés sorgt für einen farbenfrohen „Klecks“ in der Umgebung
 
Sarah-Lena Rohde (v.l.), Küchenchefin Rieke Nehlsen und Koch-Azubi Katharina Strübin sind ein gutes TeamFotos: fp

Im Robben-Café gibt es Bio-Essen, zubereitet und serviert von Menschen mit Handicap

Von Frauke Pöhlsen
Ahrensburg. Das Cafè ist großzügig und barrierefrei gestaltetet. Rollstuhlfahrer wie auch Familien mit Kinderwagen haben in den Räumen des bunt-gestreiften, zweistöckigen Hauses viel Bewegungsfreiheit. Vom Erdgeschoss und von der Empore aus können die Gäste den Blick in die Natur genießen.
Das „Robben-Café“, das vor wenigen Tagen im Stadtteil Wulfsdorf eröffnet wurde, bietet mehr als gutes Essen. Es ist das erste Inklusions-Café in Stormarn. Das bedeutet, das hier Menschen mit und ohne Handicap zusammen arbeiten und Gäste bewirten. Im Sommer sollen diese auch auf der Terrasse bedient werden.

Teil eines Dorfprojektes

Bürgermeister Michael Sarach machte sich persönlich ein Bild von der Atmosphäre und wünschte den Initiatoren im Namen der Stadt viel Erfolg. „Das wunderbare Café zeigt, dass alle zusammen gehören, egal ob behindert oder nicht“, sagte er in seiner Rede bei der Eröffnung.
Das Robben-Café ist Bestandteil der integrativen Dorfprojekte „Allmende“ und „Wilde Rosen“. Derzeit leben und arbeiten über 500 Männer und Frauen auf dem Gelände. Darunter Menschen mit Behinderung ebenso wie Familien, Künstler und Kleingewerbetreibende. „Im Robben-Café sind zwölf Männer und Frauen mit Handicap beschäftigt“, erklärt Anke Brammen, Heimleiterin der Hermann Jülich Werkgemeinschaft in Hamfelde und Mitinitiatorin des Projektes.
Eine von ihnen ist Lilly. Die junge Frau freut sich über die vielen Gäste, die zur Eröffnungsfeier gekommen sind. Die 19-Jährige steht hinter dem Tresen und erfüllt souverän die Getränkewünsche der Gäste. Eine Aufgabe, die ihr sichtlich Freude bereitet.

Zwölf Mitarbeiter mit Handicap

Die geistig oder körperlich behinderten Menschen arbeiten je nach Fähigkeit und persönlicher Vorliebe entweder in der barrierefreien Küche oder im Service. Durch ein modulares Ausbildungskonzept haben sie im Vorfeld verschiedene Lernabschlüsse erreicht. „Es wird sowohl das Selbstbewusstsein gestärkt, als auch Vertrauen in sich selbst geschaffen“, so Anke Brammen weiter. „Beim Kochen und Backen erleben die zu Betreuenden unmittelbar, wie es sich anfühlt, ein wichtiger Teil eines Ganzen zu sein.“
Arbeitsabläufe und die Kochgerätewahl im Küchenbereich seien weitestgehend auf die Möglichkeiten der Mitarbeiter ausgerichtet. Rieke Nehlsen ist Küchenchefin. Die junge Frau hat ihre Ausbildung zur Köchin in der Hermann-Jülich Werkgemeinschaft Hamfelde absolviert und danach viele Jahre in Hamburger Restaurants gearbeitet. Anders als bei ihren bisherigen Anstellungen spielt Zeit im Robben-Café eher eine nebensächliche Rolle. „Kein Mitarbeiter wird hier überfordert“, sagt sie.
Katharina Strübin absolviert nach ihrem Studium der Sozialökonomie jetzt eine Ausbildung zu Köchin im Robben-Café. Die 28-Jährige ist begeistert von dem Konzept. Sie hat sich bewusst für die Zusammenarbeit mit Behinderten entschieden. Es beeindruckt sie, dass hier vollwertige Speisen zubereitet werden, deren Qualität und Geschmack im Vordergrund stehen. Die Bioküche ist an die regionalen Erntezeiten angepasst. Dank „Vario Cooking“-Geräten und einem „Convectomat“ können alle Küchenmitarbeiter diese Geräte bedienen und schmackhafte Gerichte zubereiten. Neben den regelmäßigen Öffnungszeiten sind spezielle Angebote eines Catering-Services und die Ausrichtung von Feierlichkeiten geplant. Auch Kunst und Kultur finden im Robben-Café Raum: Koch-Seminare, Ausstellungen und Lesungen sollen ebenfalls in Stormarns erstem Inklusions-Café stattfinden. (fp)

Robben Café, Bornkampsweg 31 L, täglich von 12 bis 15 Uhr, freitags 17 bis 21 Uhr,
sonnabends 15 bis 21 Uhr
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