Ein Platz für alle

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Bürgermeister Tassilo von Bary stand bei der Einweihung im Tor. Ab sofort ist es für Fußballer frei gegeben

Neuer Kunstrasenplatz frei zugänglich. Ein Jahr Testbetrieb

Von Finn Fischer
Bad Oldesloe. Der Kunstrasenplatz am Exer sorgte in den vergangenen Monaten immer wieder für kontroverse Diskussionen. Einige fragten sich, ob er überhaupt nötig ist, andere wollten ihn umzäunen. Jetzt ist der Rasen verlegt, die Arbeiten abgeschlossen. Nun können sich Sportler auf dem Fußballfeld austoben. Der Platz ist für jeden zugänglich, ob am Tag oder in der Nacht. Mehrheitlich lehnten die Stadtvertreter eine Umzäunung ab.
Jeder darf dort kicken
„Jeder, der auch nur zum Spaß ein bisschen kicken will, kann das Fußballfeld benutzen“, erklärt Bürgermeister Tassilo von Bary bei der Eröffnung und Freigabe. Für ein Jahr soll nun getestet werden, ob durch die freie Zugänglichkeit der Platz übermäßig hohen Schaden nimmt. Danach beraten die zuständigen Gremien erneut über eine Einzäunung. Wie die Entscheidung ausfällt, hängt davon ab, inwieweit sich die Nutzer an das Verbotsschild halten, das am Eingang installiert wurde. Nicht erlaubt sind Hunde, Rauchen, Glasflaschen und Fußballschuhe mit Schraubsohlen. Kaugummi kauen ist nicht gestattet, weil dessen breit getretene Reste den Platz beschädigen könnten...
Kosten: 600.000 Euro
„Wenn die Regeln nicht eingehalten werden, ist das schnell Sachbeschädigung. Verursacher müssen für die Schäden haften“, so Bürgermeister Tassilo von Bary. Gegen Vandalismus lasse sich der Platz nicht versichern. Schäden und eventuelle Instandsetzungsarbeiten müssen aus der Stadtkasse bestritten werden. Insgesamt hat das Projekt 600.000 Euro gekostet.
Für einen Kunstrasenplatz hatte sich die Stadt entschieden, da herkömmlicher Rasen an diesem Standort und bei einer so hohen Frequentierung zu schnell ruiniert wäre. Doch auch der
Kunstrasen ist nicht ganz pflegeleicht. „Der Platz muss jede Woche einmal gereinigt werden“, sagt Diplom-Ingenieurin
Ulrike Külper vom Bad Oldesloer Tiefbauamt. „Wenn er nicht ordnungsgemäß gepflegt wird, würden die Halme umknicken und der Rasen würde nicht lange halten.“
Auch das Granulat muss regelmäßig gesiebt werden. Für einen kleinen Schockmoment sorgte die Nachricht von der Sperrung des Kunstrasenplatzes in Henstedt-Ulzburg: Dort musste der Platz, der vor sechs Jahren ebenfalls von der Firma Weitzel aus Tornesch gebaut wurde, geschlossen werden. Ursache war offenbar fehlerhaftes Granulat, dessen Weichmacher sich mit denen im Kunstrasen nicht vertrug. Die Folge waren Verklumpungen, die für Spieler eine erhebliche Verletzungsgefahr darstellten.
„Das hier ist anderes Granulat“, so Tassilo von Bary. Daher dürfte der Oldesloer Platz nicht betroffen sein. Allerdings galt das offenbar fehlerhafte Granulat, das in Henstedt-Ulzburg verwendet wurde, seinerzeit auch als Nonplusultra.
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