Ein Schlag ins Wasser

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Gerde mal zwei Gäste zeigt das Archivbild aus dem Sommer. Doch selbst bei guter Auslastung schreibt das Freibad rote Zahlen Foto: will

Freibad mit sechsstelligem Defizit pro Saison

Von Andreas Willkomm
Trittau. Die Bürger lieben ihr Schönaubad. 33.389 Gäste gab es in der letzten Saison. Doch auch dieser Besucherrekord (10.500 Badegäste in 2012) kann die Gemeinde nicht über das alljährliche Defizit hinwegtrösten. Bei Einnahmen von jährlich etwa 90.000 Euro (2013) kostet sein Unterhalt 400.000 Euro im Jahr. Eine Summe, die dem Gemeindehaushalt in den vergangenen drei Jahren fast eine Million Euro mehr Schulden einbrachte. Doch soll das Freibad deshalb geschlossen werden?
„Ich bin froh, dass ich als Bürgermeister nicht über diese Frage zu entscheiden habe“, sagt Walter Nussel. Das sei Aufgabe der Politik. Diese hat sich bisher, wenn auch heiß diskutiert, für den Fortbestand des Bades entschieden. Nussel: „Es ist eine politische und keine wirtschaftliche Entscheidung.“ Günter Stiehler, der einen Imbiss auf dem Wochenmarkt betreibt, sagt: „Das Freibad muss unbedingt erhalten bleiben. Da wissen die Kinder, wo sie hinkönnen.“ Viele von ihnen haben bei Bademeister Peter Naujoks Schwimmen gelernt. Morgens ab 7.30 Uhr kommen die Frühschwimmer. Die Schwimmsparte des TSV Trittau trainiert hier. Darüber hinaus ist das Freibad auch Arbeitgeber. Ein hauptamtlicher Bademeister und zwei Saisonkräfte sind dort beschäftigt. Ein saisonal beschäftigter Rettungsschwimmer wird derzeit noch gesucht. Ein weiteres Problem: „Die Beckenfolien sind kaputt und müssen in absehbarer Zeit ausgebessert oder ersetzt werden“, sagt Nussel. Das kann bis zu 250.000 Euro kosten. Eine Abdeckplane soll die Wassertemperatur über Nacht konstant halten und so Wärmeenergie einsparen. Kosten: 100.000 Euro. Im Mai wird das Bad erstmal wieder öffnen. Nach der Bürgermeisterwahl am 25. Mai wird sich sicher auch die Zukunft des defizitären Bades entscheiden.
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