Engere Zusammenarbeit

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Die Helfer mit Olof-Palme-Preis und einer Spende der Sparkasse Holstein Foto: fnf

Treff der Stormarner Flüchtlingshelfer im Ahrensburger Peter-Rantzau-Haus

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Es war eine Art Gipfeltreffen der Flüchtlingshelfer. Im Peter-Ranzau-Haus versammelte sich der Ahrensburger Freundeskreis Flüchtlinge, um über seine Arbeit zu informieren. Zu Gast waren auch Vertreter anderer Stormarner Initiativen. Die Gemeinden müssen bis Ende des Jahres noch zahlreiche Flüchtlinge aufnehmen und das stellt sie vor große Herausforderungen.

Sprachlehrer gesucht


Die Ahrensburger Initiative bietet bereits ein relativ gut ausgebautes Netz an Angeboten. Dafür erhielten die Freiwilligen den Olof-Palme-Friedenspreis. „Wir wollen nun noch enger mit den verschiedenen Initiativen im Kreis zusammenarbeiten und unsere Hilfe ausweiten“, sagt Axel Fricke, Vorsitzender des Ahrensburger Freundeskreises für Flüchtlinge.
„Wir bekommen hier mehr Flüchtlinge, als die Stadt in den Hauptstandorten unterbringen kann“, sagt Christiane Westphal, die Helfer an die Familien vermittelt. Die Verwaltung sei mittlerweile dazu übergegangen, Wohnungen anzumieten. 101 Flüchtlinge aus den verschiedensten Herkunftsländern leben mittlerweile im Stadtgebiet an sechs verschiedenen Standorten. 40 ehrenamtliche Paten unterstützen die Familien bei alltäglichen Dingen, Behördengängen und der Integration.
Ein wichtiger Schritt dafür ist das Erlernen der deutschen Sprache. Doch 16 ehrenamtliche Sprachlehrer sind nicht genug, die Initiative sucht dringend Verstärkung. Angesprochen ist im Grunde jeder, der in der Woche ein paar Stunden entbehren kann – nicht unbedingt ausgebildete Lehrer.

Integration durch Sport


Christiane Westphal: „Jeder kann selber entscheiden, wie viel Zeit er aufbringen möchte.“ In der Regel bewegt sich der Aufwand bei etwa zwei bis sechs Stunden. Durch die Patenschaften entwickeln sich mitunter auch richtige Freundschaften – unter den Flüchtlingen und zu den Helfern. „Es ist eine bunte Mischung. Untereinander werden Kontakte geknüpft. Wir sind zu richtigen Nachbarn geworden“, sagt Barbara Fischer, die in Ahrensburg sieben Familien betreut. Mit den Jahren hat sich auch gezeigt, dass Freizeitaktivitäten und Sportangebote ein hervorragendes Instrument für Integration ist. „Mittlerweile haben wir kein Problem, mehrere Mannschaften aufzustellen“, sagt Karl Fischer, der sich in einem Sportverein engagiert. Vor allem die Flüchtlingskinder lassen sich mit Sportangeboten gut ansprechen. Ein positiver Nebeneffekt: Durch den Sport wollen die Jüngeren die Sprache umso mehr das lernen.
„Ohne Sprache kennen sie die Regeln nicht und können dann auch nicht gewinnen“, so Fischer. Ein wichtiges Thema ist auch die Mobilität: In einer Fahrradwerkstatt unterstützen sich viele Flüchtlinge gegenseitig, bringen gespendete Räder in Schuss. „Die Werkstatt hat sich zu einem Treffpunkt entwickelt“, freut sich Projektbetreuer Holger Scharre. Nicht mehr benötigte Bikes können Ahrensburger bei Holger Scharre abgeben (h.scharre@web.de). Auch in anderen Städten formiert sich Hilfe, um den Flüchtlingen den Einstieg zu erleichtern. Albrecht Werner (Initiative „Asyl in Reinfeld“) berichtet von einer Roma-Familie, der die Abschiebung droht. Auch der Freiwillige aus Reinfeld setzt für eine noch bessere Vernetzung unter den verschiedenen Organisationen in Stormarn ein. „Wir müssen voneinander lernen“, sagt er.
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