Er vermittelt deutsche Mentalität

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Hazzal von Ciminski hat Verständnis für die Flüchtlinge, fordert aber auch Offenheit und den Willen zur Integration Foto: cs

Stormarns erster Kulturmittler Hazzal von Ciminski: „Missverständnisse können Unzufriedenheit schaffen“

Von Christina Schlie
Bargteheide
Den Neustart wagen, noch dazu in einem fremden Land, ist kein leichter Schritt. Menschen, die diese Entscheidung treffen, handeln meist aus größer Not. Hazzal von Ciminski weiß, wovon er spricht. Der gebürtige Syrer ist vor 16 Jahren nach Deutschland ausgewandert. Nach einem abgelehnten Asylantrag wurde er als 22-Jähriger von einer Familie aus Lübeck adoptiert. Als erster Sprach- und Kulturmittler im Kreis hilft er nun Flüchtlingen in Bargteheide und dem Amt Bargteheide-Land, sich in ihrer neuen Heimat zurechtzufinden. Hazzal von Ciminski spricht arabisch und kurdisch und versucht als Dolmetscher, Flüchtlinge zu unterstützen. Integration und Sprache gehören zusammen, so seine Meinung.
„Missverständnisse können oft für Unzufriedenheit sorgen“, sagt er. Es sei die Aufgabe der Flüchtlinge, sich mit der Mentalität der Menschen auseinanderzusetzen. Dazu gehört deutsche Pünktlichkeit, die Schulpflicht aber auch das Grundgesetz. Auch die Offenheit, Weihnachten zu feiern, gehört für den Moslem dazu. Schließlich sei das Fest ein wichtiger Bestandteil der Kultur des Landes, in dem er lebt.
Mit seinen Kindern habe er von Geburt an Deutsch gesprochen, erst später sollen sie irgendwann arabisch und kurdisch lernen. Um sich in der neuen Umgebung heimisch zu fühlen müsse man offen auf die Menschen zugehen. „Vorurteile sind keine Frage der Nationalität“, sagt von Ciminski.
Sein Wissen und seine Erfahrung möchte er nun an die Flüchtlinge weitergeben. Mit seiner Unterstützung möchte er auch seine Dankbarkeit ausdrücken und etwas zurückgeben. Viele Flüchtlinge nehmen seine „Hilfe zur Selbsthilfe“ dankbar an und das große ehrenamtliche Engagement aus der Bevölkerung hätte eine positive Wirkung. Die Sorgen und Nöte der ankommenden Flüchtlinge kann von Ciminski verstehen. Sie sind seiner Erfahrung nach von einer anderen Situation bei ihrer Ankunft in Deutschland ausgegangen. Mit der Unterbringung in Zeltlagern und vielen Menschen in einem Zimmer haben sie nicht gerechnet. Auch mit der Bürokratie seien viele überfordert.
In Bargteheide und im Amt Bargteheide-Land werde die Flüchtlingssituation seiner Meinung nach sehr gut umgesetzt. Trotzdem müsse man seiner Ansicht nach von Seiten der Bundesregierung über Einwanderungskontrollen nachdenken, bevor die Hilfsbereitschaft insgesamt nachlasse.
Hazzal von Ciminski ist dienstags von 10 bis 12 Uhr im Bargteheider Rathaus und donnerstags von 10 bis 12 Uhr im Amt Bargteheide-Land (Eckhorst 34, Zimmer 114).
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