Ernte-Glück in Stormarn

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Auf einem Feld in Großensee dreschen Landmaschinen Getreide Foto: msa
 
Landwirt Daniel Schulz vor einem abgeernteten Feld Foto: cy

„Überdurchschnittlich gute Erträge“

Stormarn. Der heiße Sommer und milde Winter waren ein Segen für die Bauern. Laut einer Prognose des Statistikamtes Nord fällt die Getreideernte in Schleswig-Holstein 2014 überdurchschnittlich gut aus. Etwa 2,6 Millionen Tonnen haben die Bauern im Bundesland geerntet.
Im Landkreis Stormarn wurde Getreide auf 20.000 Hektar angebaut. Auch hier bescheinigt der Kreisbauernverband überdurchschnittlich gute Erträge. Vorsitzender Hans Joachim Wendt bewertet die Ernte für Wintergerste und Raps als gut bis sehr gut. Dennoch: „Die Erträge sind zwar zehn Prozent höher als im Vorjahr, das drückt aber auch die Preise um zehn Prozent“, sagt er. Ähnlich bewertet er die Erträge für die Weizenernte.

„Ein Gunstjahr“

Auch Claus Schulz zieht eine positive Bilanz. „Dieses Jahr war für uns Landwirte ein echtes ‚Gunstjahr‘“, sagt er. Mit seinem Sohn Daniel bewirtschaftet er einen Betrieb in Oetjendorf. „Es gab keine Frühjahrstrockenheit, keine Hagelschäden und eine gute Mischung aus Regen und Sonne, sagt Schulz.
Seine Familie hat 200 Hektar Land zur Verfügung, auf dem sie jeweils ein Drittel Gerste, Raps und Weizen anbaut. „Aus pflanzenbaulicher Sicht geht es nicht besser, das Wetter war ideal, damit haben wir das Maximum fast erreicht“, so der Landwirt. Wenn die Preissituation ebenso mitziehen würde, wäre es für die Stormarner Bauern ein Traumsommer. Aber auch so seien sie durchweg zufrieden.
„Wenn das Wetter sommerlich bleibt, sind wir nächstes Wochenende auch mit dem Weizen durch“, sagt Kreisbauernverbandsvorsitzender Wendt. Dann entscheiden die Landwirte wie viel von ihrem Getreide sie selbst einlagern – in der Hoffnung auf steigende Preise – und wie viel sie in die Vermarktung geben.
Nicht nur die Menge hat dieses Jahr übrigens gestimmt, auch die Qualität der geernteten Gerste wurde mit gut bewertet. Beim Raps dauert die Einschätzung noch etwas. Denn um die Qualität zu bestimmen, muss der Ölanteil ermittelt werden.

Im Süden weniger Erfolg

Landwirt Dirk Eylmann aus Großensee ist mit der Weizenernte etwa später als erwartet fertig geworden. Schauer und Gewitter in den letzten Tagen haben seinen Zeitplan ein wenig strapaziert. „Wann wir mit dem Dreschen beginnen konnten, hing von der Wettersituation ab. Immer wieder mussten wir die Arbeit unterbrechen. Nun aber haben wir es geschafft und sind sehr zufrieden“, so der 43-Jährige. Das Getreide auf seinem 111 Hektar großen Ackerland haben er und seine Helfer eingebracht. Nun kann auch Eylmann Bilanz der vergangenen Saison ziehen.
„Die Ernte ist in diesem Jahr überdurchschnittlich gut“, sagt er. Auch wenn die Preise aufgrund des hohen Ertrages etwas nach unten gehen, glaubt Eylmann für sein Getreide einen guten Preis zu erzielen.
„Es ist wie an der Börse. Für das Getreide, dass weltweit gehandelt wird, sind die Preise überall gleich“, so Eylmann. Der größte Anteil ist der „Brot-Weizen“, der verfügt über die beste Qualität – durch zwischenzeitliche Regenfälle kann sich die Qualität des Getreides zu Futterweizen verschlechtern. Dirk Eylmann konnte einen Teil seines Getreides bereits vor der Ernte verkaufen. „Den Rest lagern wir ein und werden ihn im Winter verarbeiten. Nun wollen wir noch den Roggen einbringen, der ist aber noch nicht ganz reif. Wenn sich das Wetter weiter stabilisiert, können wir in Kürze beginnen“, sagt Landwirt Dirk Eylmann, der sich auf den Abschluss der Getreideernte freut. Vor allem die Landwirte im Norden des Landes haben dieses Jahr vom guten Wetter profitiert. Anders in Mittel- und Süddeutschland. Dort gab es weniger Sonnentage und viel Regen, vereinzelt auch Unwetter. Durch zu viel Feuchtigkeit werden die Getreideähren umgeknickt und nicht mehr brauchbar. Mit zunehmender Nässe steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Getreidepflanzen mit einer Pilzkrankheit infizieren. (cy/ msa)
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