Fantasievolle Kunst im Atelierhaus

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Die japanische Künstlerin Yokari Kosakai bringt in ihrer Installation mittels einer Rotlichtlampe eine Wäscheklammer aus Wachs zum Schmelzen Foto: fp

Yukari Kosakais Kunstwerke sind wandelbare Installationen

Trittau. Während auf dem Gelände rund um die Wassermühle der Frühlingsmarkt stattfand, hatten die Besucher Gelegenheit im Atelierhaus vorbeizuschauen. Dr. Johannes Spallek , Kultureller Direktor der Sparkassenkulturstiftung, stellte die Künstler Tilmann Haffke, Lucia Schoop und Yukari Kosakai vor. Letztere arbeitet seit Januar in einem der drei Ateliers und erschafft beeindruckende Installationen. Die Japanerin verwendet bevorzugt Papier und Wachs.
„Den Einfluss der Zeit kann nichts und niemand vermeiden“, sagt Yukari Kosakai. „Vergänglichkeit und Kreislauf bedeuten mir viel. Dafür sind die Bewegungen des Materials Teil meiner Arbeit.“
Für die kleine Ausstellung während des Frühlingsmarktes entwickelte sie eine spannende, interessante Installation, die die Künstlerin durch Anknipsen einer Rotlichtlampe in Gang setzte. Die Wärme der Lampe erweichte eine aus Wachs gegossene „Wäscheklammer“. In der Folge fiel das an der Klammer hängende Papierhemd zu Boden. Dies wiederum löste einen ausgetüftelten Mechanismus aus. Die an einer Art Schlitten in einem etwa zwei Meter hohen Holzgestell befestigte Lampe glitt automatisch zur nächsten „Wäscheklammer“ mit Papierhemd und der Vorgang wiederholt sich. Die Idee zu dieser Installation hatte die Künstlerin schon länger im Kopf. Die kreative Umsetzung fand in Trittau statt und dauerte etwa zwei Monate. Yukari Kosakai öffnete bereitwillig ihr Atelier und zeigte den interessierten Anwesenden die Entstehung der Installation von der Skizze über die von ihr gefertigten Gussform für die Wäscheklammer bis hin zum Entwurf der Hemden, nach Origami aus einem Stück Papier gefaltet. Für das Holzgerüst bewies die Künstlerin handwerkliches Geschick. Nur einen Namen für die Installation, den hätte sie bisher noch nicht gefunden, meinte die Künstlerin lächelnd. Yukari Kosakai ist 1974 in Japan geboren, studierte später in ihrer Geburtsstadt Aichi und schloss mit dem Master of Arts ab. 2003 begann sie ein Studium der Freien Kunst an der Muthesius Hochschule in Kiel und ist seit 2007 als freischaffende Künstlerin tätig. Yukari Kosakai wird drei Jahre in dem Atelier des Atelierhauses an der Wassermühle arbeiten. Die Künstlerin wünscht sich über Trittau den Weg zu Galerien in Hamburg zu finden. Von Trittau selbst hat sie bisher noch nicht viel gesehen, da die Arbeit der vorgeführten Installation ihre ganze Zeit in Anspruch nahm. Die Künstlerin arbeitet aktuell für eine Ausstellung des Landes Schleswig-Holstein, die im Sommer in Lübeck stattfindet.
Die Installation „Tiefgang“ stellte sie ebenfalls in Trittau vor. Über eine Pumpe sind Schläuche miteinander verbunden, um einen Kreislauf zu schaffen. Rot gefärbtes Wasser wird durch die Pumpe gefördert“, erläutert Yukari Kosakai. „ Obwohl es nicht zu sehen ist, zirkuliert das Wasser stetig durch das ganze Objekt.“ (fp)
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