FF Grönwohld ehrt Familie Scharnberg

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Fünfmal Scharnberg, drei Generationen: Die Familie wurde nun für ihre langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet Foto: maps
 
Die Jugendfeuerwehr Grönwohld bei einer Übung. Gruppenführerin Fiona (l.) erklärt den Löscheinsatz Foto: map

Großvater, Sohn und Enkel sind bei der Freiwilligen Feuerwehr

Von Margret Pantelmann
Grönwohld
Wenn ein ehrenamtliches Engagement in einer Familie gleich über drei Generationen zu finden ist, kann schon von einem besonderen Zusammenhalt gesprochen werden. Die Scharnbergs aus Grönwohld sind so eine Familie. Von den Enkelkindern bis zu den Großeltern ist die Familie mit der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Grönwohld fest verbunden. Nun folgte die Krönung: Hermann Scharnberg wurde für 70 Jahre Mitgliedschaft, sein Sohn Rolf für 30 Jahre und sein Enkel Heiko für zehn Jahre ausgezeichnet. Mit Enkel Ingo und Enkelin Silvia gehören noch zwei weitere Familienmitglieder der Ortswehr Grönwohld an. „Die Feuerwehr ist wie ein Dorfkern. Sie sorgt im Dorf für eine starke Gemeinschaft und bewirkt viel Positives. Viele Dörfer verlieren leider ihren Dorfcharakter, bei uns ist er nach wie vor vorhanden“, erklärt Ingo sein Interesse daran, sich in der FF aktiv einzubringen und erhält uneingeschränkte Zustimmung von seiner Familie. Doch leider gebe es auch in Grönwohld Neubaugebiete, in denen die Bewohnerinnen und Bewohner einige Zeit brauchten, um zu erkennen, dass man sich auf die Feuerwehr verlassen könne. Für den 87-jährigen Landwirt Hermann Scharnberg war es 1945 ganz selbstverständlich, in die Feuerwehr einzutreten: „Als Jugendlicher war ich wie viele meiner früheren Feuerwehrkameraden in der Motor-Hitlerjugend. Hier erlernten wir die Wartung und Pflege von Maschinen und Gerät. Als es die nicht mehr gab, sind wir alle zur Feuerwehr gegangen. Es gab ja nichts anderes. Aber bei der Feuerwehr war Marschieren, Antreten und alles Militärische nicht erlaubt.“ Nie habe er Lustlosigkeit bei der Feuerwehr verspürt. „Nur ‚Blinden Alarm‘ hab ich gehasst“, sagt der Löschmeister, der seit 1993 zur Ehrenabteilung gehört. Seit 1946 war er stets im Vorstand als Schriftführer oder Kassenwart engagiert, doch eine Führungsposition habe er nie angestrebt. „Ich bin ein Arbeitstier und keine Führungsperson“, sagt er entschieden. Freudig bestätigt er, dass die Feuerwehr Grönwohld immer mit einer hohen Anzahl an Kameraden gut vertreten gewesen sei.

Brandstifter im Dorf


Von seinen drei Kindern ist Sohn Rolf (56), ebenfalls Landwirt, Mitglied der FF Grönwohld geworden. Und das aus gutem Grund: „Ich war noch in der Ausbildung und junger Familienvater, als wir Mitte der 1980-er Jahre einen Brandstifter im Ort hatten. Es war eine bedrückende Zeit. Jeder hat jeden im Ort verdächtigt. Wir konnten nachts nicht mehr schlafen. Auch bei uns hat er den Strohboden angezündet, der glücklicherweise nicht in Brand geriet. Erst etwa ein Jahr später wurde der Brandstifter durch Indizien überführt. Die Brände waren der Auslöser, der Feuerwehr beizutreten“, sagt der Löschmeister. Mit Heiko (27), Ingo (24) und Silvia (16) sind drei seiner fünf Kinder in der Feuerwehr aktiv. Heiko ist Hauptfeuerwehrmann mit drei Sternen und seit 2011 als Schriftführer im Vorstand. Mit 16 Jahren ist er der FF beigetreten. „Es kam langsam der Traditionsgedanke auf, weil mein Großvater, Vater und darüber hinaus auch viele meiner Freunde bei der Feuerwehr waren. Mein Hauptgedanke ist Helfen. Früher gab es mehr Brandeinsätze, heute mehr Technische Hilfeleistungen“, sagt er, der als größten Brand den eines Gasthofs in seinem Ort miterlebt hat. „Der brannte in voller Ausdehnung.“ Ingo ging zur Feuerwehr „sobald ich durfte“. Ihn beeindrucke „die Dorfgemeinschaft, die hinter der Feuerwehr steckt“. Mit Engagement wurde er Gruppenleiter in der Jugendfeuerwehr und ist jetzt Oberfeuerwehrmann.
Silvia fühlte sich durch ihre Geschwister sowie ihrem Opa und Vater animiert, der Feuerwehr beizutreten. Schon als Kind habe sie die Amtsfeuerwehrfeste interessant gefunden. „Sie waren wie ein Familienausflug. Ich konnte kaum abwarten, endlich zehn Jahre alt zu werden, um in die Jugendfeuerwehr einzutreten. Jede zweite Woche eine Übung, Amtsübungen, Ausfahrten, Zeltlager – es gibt so viele Dinge, die Spaß machen.“ Mit der jüngsten Generation machen die Scharnbergs ihr Dorf auch in Zukunft ein Stück sicherer.
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