Förderverein soll helfen

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Helfende Hände für St. Johannes: In einem Förderverein soll die Gemeindearbeit fortgeführt werden. Foto: hs, Montage: of

Kann St. Johannes vor der Entwidmung bewahrt werden?

Von Halina Schmidt
Ahrensburg. „St. Johannes muss bleiben“ – unter diesem Motto fand vergangene Woche im Peter-Rantzau-Haus ein Info-Abend zur Situation der Kirche an der Rudolf-Kinau-Straße statt. Mehr als 130 Interessierte kamen. Um die Gemeindearbeit fortzusetzen, erklärten sich etwa 50 der Anwesenden bereit, einen Förderverein zu gründen und aktiv darin mitzuwirken. 
Hintergrund der Veranstaltung war die geplante Entwidmung der St. Johanneskirche. Bereits im Januar beschloss der Kirchengemeinderat den Verkauf des Gemeindehauses und Pastorats. Anfang März stellte dieser auch noch einen Antrag zur Entwidmung der St. Johanneskirche.
Grund sei das strukturelle Defizit der Gemeinde. Die Gemeindemitglieder erfuhren das aus der Presse.
Fehlende Kommunikation zwischen Pastoren, Kirchengemeinderat und der Gemeinde: Dies war Hauptkritikpunkt der Anwesenden der Informationsveranstaltung. Dennoch einigte sich die Gemeinde darauf, mit den Pastoren und Mitgliedern des Kirchengemeinderats zusammenarbeiten zu wollen.
Konrad Tempel, der die Veranstaltung moderierte, sagt: „Der Schmerz meiner Kantoreimitglieder hat mich dazu gebracht, mich zu engagieren.“
Tempel singt seit 40 Jahren in der Kantorei. Ende Juni soll die Gemeindearbeit in der St. Johanneskirche beendet werden.
Beim Informationsabend über die Zukunft der St. Johannes Kirche sprachen viele Gemeindemitglieder über ihre Sorgen und übten auch Kritik. Heinrich Breckoff erklärt: „Bewogen zu kommen hat mich die Verwunderung, dass man über eine Gemeinde so undemokratisch verfügen kann.“ Und seine Frau, Bärbel Breckoff sagt: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Pastoren anwesend sind.“
Es steht viel auf dem Spiel, es droht die Entwidmung der Kirche. So einfach wäre dies nicht möglich, sagt Remme Koch, Sprecher der Nordelbischen Kirche. Es werde zunächst nur geprüft ob es Einsparpotenziale gebe. Darüber hinaus müsse dies vom Kirchenrat und der Landeskirche genehmigt werden.
Auch eine Situation wie die im Fall der Kapernaum Kirche in Hamburg-Horn, schließt Remme Koch bei St. Johannes aus.
Nachdem die ehemalige evangelische Kapernaum Kirche 2002 entwidmet wurde, gehört das Gebäude nun dem islamischen Zentrum Al-Nour und soll zur Moschee umgebaut werden. Diese Kirche sei damals an einen Hamburger Kaufmann veräußert worden, sagt Koch, ein Zusammenhang zur islamischen Gemeinde war nicht ersichtlich. Zudem gebe es seit 2007 ein Reglement, dass entwidmete Kirchen nicht von anderen Glaubensgemeinschaften genutzt werden dürfen.
(hs/vik)
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