Forelle auf die Schnelle

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Michael Kiehn und Frank Heinrich am Forellenteich
 

An Helgas Teichen machen Angler fette Beute. Ein Besuch

Von Michael Sakrzewski
Grönwohld. Der See ist ruhig und die morgendlichen Sonnenstrahlen lassen seine Oberfläche glitzern. Bereits um 6 Uhr morgens sitzen die ersten Angler auf Klappstühlen an Helgas Forellenteichen in der Straße Papierholz. Rund um den kleinen See findet hier jeder sein Plätzchen. Angeln soll entspannen und das sieht man auch. Viele Gäste scheinen die Stille zu genießen, lassen die hektische Woche hinter sich und schalten einfach nur ab.
„Je nach Wassertemperatur, Jahres- und Tageszeit sind die Forellen entweder aktiv oder träge“, weiß Teichbetreiber Frank Heinrich. Danach suchen die Angler ihre Köder aus. Michael Kiehn aus Glinde schwört zum Beispiel auf Köder mit Muschel- und Knoblauchgeschmack. „Es ist oft ein Lotteriespiel. Den einen Tag beißen die Fische nur auf Bienenmaden, den anderen auf Würmer oder auf künstliche Köder“, sagt er. Kiehn hat zwei Ruten ausgelegt. Beute nach einer knappen Stunde: sieben rotfleischige Forellen, jede etwa 500 bis 800 Gramm schwer.
Neben ihm sitzt Frank Lüß, der respektvoll Kiehns Fang begutachtet. „Heute hatte ich noch kein Glück“, sagt Lüß. Darum ginge es ihm aber auch nicht vorrangig. „Viel wichtiger ist es, hier die Ruhe zu genießen. Wenn sie nicht beißen, dann eben nicht“, erklärt der gebürtige Berliner, der seit 24 Jahren in Stormarn lebt.
Auch wenn hier alle Angler miteinander bekannt zu sein scheinen, reden die Männer kaum. Die meisten schauen voller Erwartung auf die Wasseroberfläche und scheinen aber dennoch mit ihren Gedanken ganz woanders zu sein.
Frank Heinrich sorgt dafür, dass sich bei ihm alle wohlfühlen und ist immer für den einen „Schnack“ zu haben. Neulingen erklärt er gern, die ersten Tricks und Kniffe.
Doch nicht nur der richtige Köder erfordert Erfahrung, auch das Auswerfen, Vorfächern genannt, braucht Übung. Frank Heinrich weiß, wie es geht: „Nach dem ersten Biss und dem Absinken des Köders, etwas Schnur geben und beim Nachfassen dafür sorgen, dass die Forelle anhakt“, erklärt er. Aha.
Neben Forellen sollen laut Heinrich im Teich auch Karpfen, Aale, Zander und Rotaugen leben. Letztere sind jedoch bei den Zandern sehr beliebt, sodass sie sich kaum vermehren. Auch wenn die meisten Angler Frühaufsteher sind. Zunehmend kommen auch Gäste zum Spätangeln
an das Gewässer. Betreiber Frank Heinrich ist flexibel: „Bei
uns kann von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geangelt werden.“
Michael Kiehl packt zufrieden seine Sachen zusammen und macht sich mit sieben gefangenen Forellen auf den Heimweg. So will er sie zubereiten: „Die kommen für acht Stunden mit ein paar Gewürzen in eine Salzlake und werden dann bei 80 und später bei 60 Grad auf Buchenholz geräuchert.“
Einsteiger, die sich fürs Angeln interessieren, müssen die Prüfung für einen sogenannten Fischereischein absolvieren. Zahlreiche Angelvereine bieten Wochenend-Kurse an. Kosten: etwa 50 bis 70 Euro (www.angleraufruf.de/fischereischeinausbildung/intensivkurse-termine). Schleswig-Holsteiner können auch in den Bürgerämter einen auf 28 Tage begrenzten Angelschein ohne Prüfung erwerben.
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