Frage des Charakters

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Sebastian Fröber und sein Elo „Schucki“ Foto: cs

Neues Hundegesetz ab 2016. Was Ahrensburger Tierhalter darüber denken

Von Christina Schlie
Stormarn
Für Hundebesitzer wird sich einiges ändern. Ab Januar 2016 tritt in Schleswig-Holstein ein neues Hundegesetz in Kraft. Beschlossen hat das der Landtag bereits im Juni dieses Jahres. Kernstück der neuen Regelung ist die Abschaffung der sogenannten Listenhunde. Hunde werden in Zukunft nicht mehr generell aufgrund ihrer Rasse als gefährlich eingestuft, sondern nach ihrem individuellen Verhalten.

„Es ist nie eine ganze Rasse gefährlich, sondern immer das einzelne Tier.“ Monika Ehlers

„Ein positiver Schritt“, sagt Hundebesitzer Sebastian Fröber zu der Entwicklung. Man sollte die Tiere nicht vorverurteilen, meist liege ein schlechtes Verhalten an der mangelnden Erziehung durch die Menschen, so die Meinung des 25-Jährigen. Das unterstreicht auch Monika Ehlers vom Tierschutzverein Großhansdorf Ahrensburg. „Es ist nie eine ganze Rasse gefährlich, sondern immer das einzelne Tier“, sagt die Sprecherin des Vereins. Anders sieht das Angelika Gipperich. Die Ahrensburgerin ist erst seit wenigen Wochen Hundebesitzerin. „Ich bin skeptisch. Man hat zu oft gehört, dass sogenannte Kampfhunde schwierig zu führen sind“, so die 48-Jährige. Auch Tochter Marlene stimmt ihr zu. Die Auflagen von einem Hundeführerschein hält sie für sinnvoll. Auch in Zukunft können Hunde von den zuständigen örtlichen Ordnungsbehörden als gefährlich eingestuft werden, wenn sie auffällig geworden sind, Menschen oder Tiere angegriffen haben. Besitzer, die ein solches Tier behalten möchten, müssen künftig einen Hundeführerschein absolvieren. Gemeinden können in so einem Fall auch weiterhin einen erhöhten Steuersatz verlangen. Neben dem Wegfall des Gefahrenhundegesetzes gibt es auch Veränderungen, die alle Hundebesitzer betreffen. So muss jeder Hund, der älter als drei Monate ist, ab Januar 2016 durch ein elektronisches Kennzeichen (Chip) mit einer ihm zugeordneten Nummer versehen werden. Hundebesitzer sind außerdem verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von 500.000 Euro für Personenschäden und 250.000 Euro für Sachschäden abzuschließen. Grundsätzlich gilt, dass alle Hunde so zu halten sind, dass von ihnen keine Gefahren für die öffentliche Sicherheit ausgehen, heißt es in dem neuen Gesetz. aDie Änderung des Gesetzes wurde nötig, da die alten Richtlinien nicht mehr der „aktuellen Lebenswirklichkeit entsprechen“, so Birgit Einfeld, Sprecherin des Ministeriums für Inneres und Bundesangelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein. „Schon viele Bundesländer haben rassebezogene Listen aus ihren Gesetzen entfernt“, so Einfeld. Mit dem Wegfall der Rasseliste entfällt auch die gesetzliche Grundlage für erhöhte Steuersätze, die bislang von den Städten und Gemeinden erhoben wurden. Besitzer von sogenannten Kampfhunden mussten etwa in Bargteheide und Ahrensburg 600 Euro im Jahr zahlen.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 12.11.2015 | 14:21  
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