Freestyles zu hämmernden Beats

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Charles (19) am Keyboard, Loki (18) am Schlagzeug, Rapper René am Mikro und Issa (11) an der Trommel komponieren ihren eigenen Song Foto: stb

Musiker René Gromball bringt Jugendlichen das Rappen bei

Ahrensburg. Im ersten Stockwerk, im rot tapezierten, gut isolierten Musikraum des Bruno Böker Hauses sitzt eine Gruppe von etwa zehn Kindern und Jugendlichen ein. Noch gespannt und ein wenig unsicher sind sie. Doch in ihren Gesichtern ist die Begeisterung zu sehen, als René mit dem „Freestylen“ beginnt, dem Improvisieren. Zu hämmernden Beats und wummernden Bässen, die aus den großen Boxen dröhnten, textet er: „Oh, yeah, alle warten drauf, hier is’ ne Rap-Session im Bruno-Bröker-Haus.“
René ist Autodidakt
René Gromball rappt für sein Leben gerne, der 34-Jährige nennt es seine Passion. 1997 habe er angefangen mit der Musik. „Ich hatte Mix-Tapes mit meinen Freunden gemacht und erste, eigene Songs geschrieben“, erinnert er sich. Er bezeichnet sich daher auch als „Audiodidakt“, denn das Rappen, Songs schreiben und Produzieren von Songs hat er sich selbst beigebracht oder von Freunden gelernt. Nun bietet er in der Jugendfreizeitstätte einen Rap-Kursus an, Kinder und Jugendliche für Rap und Hip-Hop zu begeistern.
Ziel: ein eigener Song
Nach der Sommerpause findet der Kursus für Jugendliche ab zwölf Jahren mittwochs und donnerstags von 16 bis 18 Uhr statt. Hier können die Teilnehmer lernen eigene Texte zu schreiben oder Instrumente zu spielen. Es werden Jam-Sessions gestartet, in denen jeder seine Songs vorstellen oder improvisieren kann. Außerdem ist geplant, die bestehende Aufnahmemöglichkeit auszubauen. Als gemeinsames Projekt ist ein Auftritt, ein Musikvideo oder ein fertig produzierter Song vorgesehen.
Beleidigungen und
Rassismus sind tabu
„Kein Rassismus und keine Mutter-Beleidigungen“, erklärte René danach die Regeln beim Rappen, denn das schränke die Kreativität und künstlerische Freiheit ein. René: „Seid einfach authentisch. Wenn ihr nicht rappen mögt, könnt ihr auch was anderes machen“. Schnell merkten die Jugendlichen, einfach ist das nicht. Denn so viel Selbstvertrauen hat noch kaum jemand. Die dreizehnjährige Julia, noch sehr zurückhaltend, möchte hier singen lernen. Daniel (13) rappt schon, seit dem er in der vierten Klasse war.
Die ältesten Teilnehmer Charles (19) und Loki (18) sind sich ihrer Sache schon sehr sicher. Loki, Mitglied in einer Heavy-Metal-Band, setzte sich ans Schlagzeug, Charles ans Keyboard und schon entstand die musikalische Begleitung für einen Song. Bald hatten sich alle ein Instrument geschnappt und die ersten Töne ihres eigenen Songs entstanden. Schnell waren die zwei Stunden vorbei. Beim nächsten Mal geht es weiter, das Eis war schon langsam aufgetaut. (stb)
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