Frische Landmilch zapfen

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Katharin Heß aus Papendorf stellt aus der Rohmilch Frischkäse und Joghurt für ihre Familie her Foto: Pöhlsen

Die Tankstelle von Familie Fischer in Langelohe macht es möglich

Von Frauke Pöhlsen
Brunsbek/Langelohe
Frische Mich rund um die Uhr ganz einfach selber zapfen. Rund zwölf Milchtankstellen gibt es in Schleswig-Holstein. Eine davon steht in Langelohe, einem Ortsteil von Brunsbek. Die Landwirte Stephanie und Christian Fischer haben ein Holzhäuschen mit einem silbernen Automaten darin aufgestellt. Seit Oktober vorigen Jahres können die Kunden selber zapfen. Kathrin Heß aus Papendorf ist bereits Stammkundin. Gerade steckt sie einen Euro in den Automaten und schon fließt die Milch in die Flasche. „Aus der Rohmilch stelle ich für meine Familie leckeren Frischkäse und Joghurt her“, sagt die Mutter von drei Kindern. „Die frische Milch trinken wir total gern, sie schmeckt viel besser als die aus dem Supermarkt. Außerdem ist die naturbelassene Milch direkt von der Kuh viel besser verdaulich.“ Das liegt sicher auch daran, dass die Milch nicht homogenisiert wird. Auch das Futter ist für den Geschmack ausschlaggebend.
Die Milchkühe der Fischers bekommen garantiert gentechnikfreies Futter. Der Milchautomat fasst 150 Liter und wird seit der Einrichtung gut besucht. Wer kein Gefäß dabei hat, für den stehen verschieden große Milchflaschen in einem kleinen Wandschrank bereit. „Sogar ein Ehepaar aus Fuhlsbüttel kam schon mit dem Fahrrad, um sich Milch zu zapfen“, erzählt Stepanie Fischer. Ein Liter Milch kostet einen Euro, die Halbliterflasche 50 Cent. Stephanie Fischer ist froh, dass die Milchtankstelle gut angenommen wird, denn es sei schon eine größere Investition gewesen. Von der Landwirtin stammt auch die Idee, die Milchautomaten an der Hofeinfahrt an der Hauptstraße 14 in Langelohe aufzustellen. Ehemann Christian war anfänglich skeptisch, doch mittlerweile ist die ganze Familie vom Erfolg der Milchtankstelle überzeugt. So könnte die eigene Tankstelle zu einem Zuverdienst werden, denn der Milchmarkt ist hart umkämpft. Die Milchbauern müssen von dem Preis leben, den ihnen die Molkerei pro Liter bezahlt. Die Molkerei verkauft die Milch an die Supermarktketten. Und die wiederum verhandeln erbarmungslos um jeden Cent. „Je weniger die Milch in der Kühltheke kostet, desto weniger Geld landet auch bei den Bauern“, sagt Stephanie Fischer. „Von der Meierei gibt es für den Liter Milch momentan gerade mal 20 Cent. Dabei liegen allein die Herstellungskosten schon bei 36 Cent pro Kilogramm. Auf jeden Liter Milch zahlen die Erzeuger also drauf.“ Die Fischers produzieren auf ihrem Hof etwa 2.000 Liter Milch pro Tag. Am Milchautomaten werden täglich zwischen 40 bis 70 Liter Milch gezapft. Dennoch ist die Idee, sich mit dem Produkt Milch direkt an den Verbraucher zu wenden, eine gute Entscheidung. „Jedem Kunden, der kommt und Milch an der Milchtankstelle zapft, ist das auch etwas wert und der möchte wissen woher sie kommt“, weiß Stephanie Fischer. Vielleicht stammt die Milch dann sogar ausgerechnet von „Nanina“ – sie wurde gerade zur schönsten Kuh Schleswig-Holsteins gekürt. Mehr Genuss geht nicht.
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