Fünf Gartenlauben abgebrannt

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Rolf Erdorf, Vorsitzender des Bootsvereins Obertrave, vor den Ruinen Fotos: fnf

Brandstifter legten in Bad Oldesloe sechs Feuer. Kamen Täter über die Trave?

Bad Oldesloe. Es sollen fünf der schönsten Hütten gewesen sein, die vergangene Woche bei einer beispiellosen Brandserie in Flammen aufgingen. Wahrscheinlich gleich mehrere Brandstifter hatten im Bootsverein Obertrave, zu dem auch eine Kleingartensiedlung gehört, eine Spur der Verwüstung hinterlassen.
„Hin und wieder mal einen Einbruch. Das gab es schon mal. Aber das ist schon eine andere Kategorie“, sagte der Vereinsvorsitzende Rolf Erdorf. „Eine Besitzerin, eine junge Frau, hatte sich die Hütte gerade erst hergerichtet. Jetzt ist alles zerstört. Ich glaube nicht, dass sie schon eine Versicherung abgeschlossen hat.“
Erdorf hatte am Donnerstag die schwere Aufgabe, den betroffenen Kleingärtnern die traurige Nachricht zu überbringen, nachdem er sich ein Bild von der Verwüstung in seiner Anlage machte. Immer wieder blieben Kleingärtner vor den Zäunen ihrer Nachbarn stehen, schauten erschrocken und ungläubig auf die Ruinen der ehemals hübschen Häuschen.
„Ganz viel Herzblut steckt da drin. Der hat alles neu gemacht und nun ist alles kaputt, das ist furchtbar“, sagt eine Nachbarin und zeigt auf die völlig zerstörte Laube ihres Vereinskollegen, Hermann Sahlmann. Der 73-Jährige war erst vor ein paar Jahren mit seiner schwer kranken Frau nach Bad Oldesloe gezogen und hatte die Laube gekauft. In dem liebevoll hergerichteten Holzhaus verbrachte das Ehepaar viel Zeit. Über 20.000 Euro wurden mit den Jahren in den Kleingarten-Traum investiert.
Nach der Kleingartenanlage war auch noch der Minigolfplatz am Exer (Bürgerpark) dran. Dort zündeten die Brandstifter einen Geräteschuppen an. Das Häuschen steht nur wenige Meter von einem Restaurant entfernt.
„Das Restaurantgebäude wurde durch die Hitzeentwicklung ebenfalls beschädigt“, so Polizeisprecher Holger Meier. Auf Grund der „zeitlichen Nähe“ der sechs Feuer geht die Polizei von Brandstiftung aus. Ein konkreter Tatverdacht besteht noch nicht. Auch zwei Boote sollen bei den Kleingärtnern entwendet worden sein. Möglicherweise sind die Täter über die Trave zu ihrem zweiten Tatort gepaddelt.
Bereits Mitte Oktober brannte in einer Oldesloer Kleingartenanlage im Rümpeler Weg eine Gartenlaube nieder. Nun stellt sich die Frage, ob ein Zusammenhang besteht.
Auch in Ahrensburg waren offenbar Brandstifter unterwegs. Im Redder brannten am selben Tag rund 800 Strohballen ab. Hinweise auf Zusammenhänge liegen jedoch noch nicht vor. Konkrete Hinweise auf die Täter gibt es noch nicht.
Der Gesamtschaden im Kleingartengelände ist derzeit noch nicht absehbar. Die Schadenshöhe „im Bürgerpark“ beläuft sich nach ersten Schätzungen auf etwa 15.000 Euro. (fnf)
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