Geflügelinfluenza im Kreis

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Während einer Routinekontrolle wurde der Virus auf dem Biohof entdeckt. Landrat Plöger (v.l.) und Kreisveterinär, Karlheinz Reisewitz, reagierten schnell. Fotos: jae

1500 infizierte Tiere auf Bio-Hof getötet, Entschädigung aus Tierseuchenfond

Von Hans-Eckart Jaeger
Tangstedt/ Bad Oldesloe.
Auch zwei Wochen nach dem Auftritt einer Geflügelinfluenza auf dem Bio-Hof Gut Wulksfelde im Kreis Stormarn ist der Fall für das Kreisveterinäramt nicht abgeschlossen.
„Wir sind mindestens noch drei Wochen damit beschäftigt“, kündigte Amtstierarzt Karlheinz Reisewitz an. „Wenn wir Glück haben, bleibt es der einzige Vorfall. Wenn nicht, dann laufen wir vielleicht einer Seuche hinterher.“
Der 55-jährige Veterinär, bei der Kreisverwaltung in Bad Oldesloe zuständig für die Tierseuchenbekämpfung, war bei dem Seuchenfall, der mit der Tötung von 1200 Legehennen (durch Gas in einem Container) und 300 Gänsen (durch Strom) endete, der verantwortliche Mann. Die Tierärztin des Hofes in Tangstedt hatte ihn nach einer Kontrolluntersuchung mit auffallendem Befund informiert.
Reisewitz fuhr sofort nach los und zog spätabends die amtlich vorgeschriebenen Proben (Kloaken-, Rachentupfer). Die Tests brachte er zum Landeslabor nach Neumünster, von dort wurden sie ins Hochsicherheitslabor der Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen von Tieren auf der Ostseeinsel Riems vor Greifswald weitergeleitet.
Bald kam die Entwarnung: Ernsthaft erkrankt ist kein Tier, auch für Menschen soll das gefundene Virus ungefährlich sein. Es handele sich auch nicht um den Erreger der sogenannten Vogelgrippe H5N1, sondern um den Typ A Subtyp H5N3, das für Tiere nur eine gering krankmachende Wirkung habe. Das Virus soll angeblich von Wildgänsen stammen. Landrat Klaus Plöger beruhigte die Bürger: „Alles, was in den Kühltruhen liegt, kann beruhigt gegessen werden.“
Aufgrund gesetzlicher Vorschriften wurde die Tötung des betroffenen Geflügelbestandes angeordnet. „Es besteht die Gefahr, dass sich das Virus verändert und zur gefährlich hoch ansteckenden Form entwickelt“, so der Landrat.
Jetzt geht es um um die Frage: Wer trägt die Kosten? „Dafür gibt es den Tierseuchenfonds“, sagt Kreisveterinär Karlheinz Reisewitz. Aus diesem Fonds, in denen die Tierhalter einzahlen, werden für Tiere, die infolge einer anzeigepflichtigen Tierseuche auf behördliche Anordnung getötet werden, Entschädigungen in Höhe des gemeinen Wertes, der dem aktuellen Verkehrswert der Tiere entspricht, gezahlt.
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