Geldspritze für VHS-Sprachkurse in Trittau

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Agit Singh Kattar (r.) aus Afghanistan möchte Deutsch lernen und hier arbeiten. Teilweise übersetzt er in Englisch für seine Mitschüler Fotos: bm

Lions Club Hahnheide hilft bei Sprachkursen für Flüchtlinge

Trittau Die einen haben Spaß beim alljährliche Drachenbootrennen des Lions Club Hahnheide auf dem Lütjensee, die anderen profitieren. Die Lions haben sich soziales Engagement auf die Fahne geschrieben und so 5.000 Euro an die Gemeinde Trittau gespendet. Das Geld stammt aus den Erlösen des Drachenbootrennens in 2015 und wird für Sprachkurse für Flüchtlinge in Trittau eingesetzt. Jetzt kamen der amtierende Präsident John Adam, der damalige Schatzmeister Stefan Wildegans und der Vorsitzende der Fördergesellschaft der Freunde des Lionsclubs Hahnheide, Joachim Neitzel, zusammen, um sich ein Bild über die Verwendung der Spenden zu machen. Sie besuchten einen aktuellen 100-Stunden-Kursus der Volkshochschule (VHS), in dem etwa 20 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern, die meisten zwischen 19 und 45 Jahre alt, Deutsch lernen. Sowohl die Durchführung der Kurse als auch die Organisation ist nicht immer einfach: „Mit der großzügigen Spende im Rücken habe ich immer zuerst versucht, Sprachkurse auf die Beine zu stellen, die öffentlich gefördert werden“, berichtet VHS-Leiterin Petra Luck. Und da gibt es viel zu beachten: Einige Kurse werden nur für Teilnehmer aus nicht sicheren Ländern wie Iran, Irak, Eritrea und Syrien gefördert. Die so genannten „Staff“-Kurse (Starterpaket für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein), an denen beispielsweise auch Afghanen teilnehmen dürfen. Da es im Laufe der Zeit weniger Flüchtlinge gab, war nicht immer klar, ob diese Kurse voll werden. „Aus der Spende konnten wir im Frühjahr zwei kleine Kurse über zehn Wochen einmal wöchentlich und jetzt im Herbst einen dritten Kursus anbieten, der an drei Vormittagen im September und Oktober läuft“, berichtet Luck. 130 Schüler haben insgesamt die Kurse besucht.

„Wir möchten arbeiten und lernen“


Auch die Verständigung im Kurs mit Lehrerin Ulrike Rohde ist nicht immer einfach. „Einige kennen überhaupt kein Alphabet, andere nur das arabische. Einige können Englisch, andere nicht“, berichtet die pensionierte Grundschullehrerin. Da ist es sehr hilfreich, das Teilnehmer früherer Kurse, die schon gut Deutsch sprechen, dabei sind, um zu unterstützen. Ein weiterer Teilnehmer spricht Englisch und Farsi, kann ebenfalls dolmetschen. „Die deutsche Grammatik ist schwer und mühsam. Unser Ziel ist zunächst die Verständigung in Alltagssituationen“, so Rohde. „Deutsch ist schwer, aber ich möchte nicht nur zu Hause herumsitzen. Ich will die Sprache lernen, weil hier die Zukunft für mich und meine Kinder ist. Ich möchte gerne arbeiten“, sagt Zikryat Abbudah, die im Irak Lehrerin war. Ihr stimmt Agit Singh Kattar aus Afghanistan zu: „Wir möchten arbeiten und lernen“, sagt er.
Für die Lions war der Einblick in die Verwendung der Spenden hilfreich bei der Entscheidungsfindung, ob weitere Zuschüsse gegeben werden. „Es wurden gute Strukturen geschaffen. Es wäre schade, wenn das jetzt abbricht“, betonte Stefan Wildegans. Die Lions hatten auch 500 Flyer der Bundesorganisation zur Verfügung gestellt, die in mehreren Sprachen wichtige Regeln in Deutschland erklären. Aus der Spende wurde auch Unterrichtsmaterial angeschafft. Bürgermeister Oliver Mesch bedankte sich bei den Lions: „Die Ausführungen zeigen, wie wichtig es ist, unbürokratisch Geld zur Verfügung zu haben.“ Aktuell leben 287 Flüchtlinge im Amt Trittau. (bm)
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