Gepflegte Hunde auf dem „Laufsteg“

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Julia Pufal und Conny Rassmann reisten mit ihren Hunden Kulla und Sandmann aus Niedersachsen an. Die weite Anreise hat sich für alle vier gelohnt. Foto: Frauke Pöhlsen

Herrchen und Frauchen präsentierten ihre Retriever in Hoisdorf

Hoisdorf. Auf dem Platz des Hoisdofer Windhundrennclub wimmelte nur vor gepflegten Hunden.
Ob Golden Retriever, Flatcoated Retriever, Labrador – am Sonnabend eroberte die Hunderasse der Retriever den Platz, auf dem sonst Windhunde trainiert werden. Der Deutsche Retriever Club hatte zur Ausstellung eingeladen. „Über 190 Hunde sind heute auf dem Platz“, sagt Erik Fehrs, Zuchtschauleiter. „Darunter internationales Publikum aus Dänemark und Holland. Wir haben Richter aus Slovenien, Schweden und Finnland eingeladen. Die Ausstellung ist für die Züchter und Besitzer ein aufregender Tag.“ Das bestätigt Ulrike Dunkhase aus Lütjensee, die mit ihrer Flatcoated Retriever-Hündin „Oona“ , Zuchtname Better Off Arcturian Sunrise, in der Jüngstnklasse (Puppy Class VV1) auf Anhieb den ersten Platz belegte. „Oona ist Ende letzten Jahres geboren und erlebte heute ihre erste Ausstellung“, sagt die Lütjenseerin. „Ehrlich gesagt war ich aufgeregter als die Hündin.“ Ob der Hund oder die Hündin für eine Ausstellung geeignet ist, sollte der Besitzer vorher eingehend prüfen. Nur Hunde mit einer Ahnentafel eines dem VDH angeschlossenen Zuchtvereins können an Ausstellungen teilnehmen, die vom VDH selbst oder einem dem VDH angehörigen Verein veranstaltet werden. Als nächstes muss sich der Besitzer kritisch den körperlichen Vorzügen und Nachteilen seines vierbeinigen Freundes widmen. Kieferanomalien oder Augenfehler können zum Beispiel zur Disqualifikation oder zur Bewertung „nicht genügend“ führen. Für den großen Auftritt bedarf es weiterer Vorbereitungen, denn nur ein gepflegter Hund hat Chancen. Die Richter einer Ausstellung können übrigens sehr genau zwischen „Substanz“ und „zuviel Fett auf den Rippen“ unterscheiden.
Der Körper des Hundes wird genauso kontrolliert wie Gebiss und Zähne. Zudem prüft der Richter, ob der Rüde zwei ordentlich platzierte Hoden hat. Der Hund wird von seinem Besitzeren präsentiert. Es geht fast zu wie bei Modeschauen auf dem Laufsteg und das will gelernt sein. In der Bewegung muss der Hund ruhig, zugleich aber schwungvoll und raumgreifend neben Frauchen oder Herrchen traben.
Leine ziehen oder ständig hochzuspringen geht gar nicht. Julia Pufal reiste mit ihrer 16 Monate alten Hündin aus der Nähe von Hildesheim an. „Kulla“ ist ein selterner Curly Coated Retriever. „Diese Rasse ist die älteste der sechs Retrieverrassen“, erzählt die Besitzerin und fügt hinzu. „Der Curly ist seit dem 18. Jahrhundert in England bekannt. Wildhüter schätzten damals die selbständige Arbeit des gelockten Hundes. Das unermüdliches Apportieren von Jagdwild in schwierigem und weitläufigem Terrain zeichnete die Rasse aus.“ In Deutschland ist der Curly Coated Retriever eher unbekannt. Es gibt laut Julia Pufal gerade mal elf Züchter in Deutschland. Sie schätzt, dass es mit ihrer Hündin nur etwa 200 Hunde hierzulande gibt. „Kulla“ heimste in Hoisdorf gleich zwei Preise als beste Hündin ihrer Art und in der Jugendklasse. Dafür gab es einen Pokal, der die Hündin jedoch nicht so stark beeindruckte wie das Leckerli nach der Präsentation. Der Deutsche Retriever Club e.V. hat 13.000 Mitglieder. Auf der Homepage www.dc.de gibt es viele Informationen über Rasse, Zucht und den Verein. (fp)
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