Getreidepreise im Keller

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Der Landwirt bewirtschaftet insgesamt eine Fläche von 130 Hektar Fotos: cy

Sinkende Erträge für Landwirte auch in Großensee

Von Cetin Yaman
Großensee. Die Gerste hat er bereits eingefahren. Nun hofft Karsten Lindemann-
Eggers, Landwirt aus Großensee, dass es in den nächsten Tagen trocken bleibt. Dann kann er diese Woche den Raps dreschen, eine Woche darauf folgt der Weizen.

Doch für sein Getreide könnte der Großenseer dieses Jahr weniger Geld bekommen als in den Vorjahren. „Die Preise für Weizen, Gerste und Raps sind deutlich niedriger“, sagt der 42-Jährige.
Erhielt man beispielsweise vor zwölf Monaten für 100 Kilogramm Backweizen 24 Euro, sind es in 2013 lediglich 18 Euro. Bei Raps und Gerste sieht die Entwicklung ähnlich aus. Als lokaler Landwirt kann Lindemann-Eggers wie viele seiner Kollegen wenig dagegen tun.
„Der Preis wird durch viele globale Faktoren bestimmt, die wir nicht beeinflussen können“, sagt er. So spielt bei der Preisentwicklung die Nachfrage nach diesen Produkten in China eine Rolle. Selbst der Verkauf der Sojaernte in Brasilien wirke sich auf den Kilopreis aus. Deswegen lagert der Landwirt erstmal alles ein und versucht anschließend zum besten Gebot zu verkaufen. Der Großenseer, der in seiner Gemeinde auch Bürgermeister ist, hat zwar feste Handelspartner. „Aber auch mit denen gibt es keine festen Absprachen“, sagt er. Alles hängt von der jeweiligen Entwicklung auf der ganzen Welt ab.
Zumindest mit dem Wetter ist Lindemann-Eggers dieses Jahr zufrieden. Zwar ist der 42-Jährige am vergangenen Wochenende vergeblich mit seinem Traktor aufs Feld gefahren. Der einsetzende Regenschauer hat seine Pläne zu ernten zunichte gemacht. Durch Feuchtigkeit verklebt die Nutzpflanze. So lässt sich die Frucht beim Dreschen nicht mehr sauber abtrennen. Insgesamt zieht er jedoch eine positive Bilanz.


„Wir hatten in den letzten Wochen Glück
mit dem Wetter“
Karsten Lindemann-Eggers

„Wir hatten Glück mit dem Wetter“, sagt er, „die letzten Wochen haben das Ruder noch einmal herumgerissen. Sonst wäre es nach dem langen Winter und sehr feuchten Frühling nicht so gut ausgegangen“.
Verglichen mit den stark verregneten Sommern der Jahre 2011 und 2012 ist der diesjährige heiße Sommer für den Landwirt ein Segen. Für die leichten Böden waren die zahlreichen Regenschauer im Frühling allerdings nicht so schlecht, denn richtig negativ hatten sich in den beiden Vorjahren nicht die feuchten Sommer, sondern die zu trockenen Monate April und Mai ausgewirkt.

Der lange Winter hat den Ertrag geschmälert

Zwei Faktoren lassen Lindemann-Eggers jedoch etwas wehmütig auf die Ernte 2013 blicken. „Wenn der Winter nicht so lange gedauert hätte, hätten wir uns über einen überdurchschnittlichen Ertrag freuen können“, sagt er.
Und auch die weiteren Aussichten für die Preisentwicklung verheißen vorerst nichts Gutes. „Das macht uns Landwirte natürlich nicht froh.“ 25 Prozent weniger als im Vorjahr, bei Raps eventuell sogar noch geringere Erträge: „Das schmälert unser Betriebsergebnis.“
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