Großensee: Wildgänse als Gesundheitsgefahr?

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Vereinzelt sind auch im Herbst noch Wildgänse auf dem Großensee anzutreffen Foto: Pantelmann

Gemeinde möchte Verunreinigung vermeiden. Berechtigung zum Abschuss

Großensee Besorgte Badegäste, die den massiven Anstieg von Gänsekot trotz regelmäßiger Reinigung am Naturfreibad Südstrand in Großensee beobachteten, waren an das Gesundheitsamt herangetreten. Tatsächlich besteht ein Verdacht auf Zerkarien. Das sind Wurmlarven, die über die Verunreinigung ins Wasser gelangen und beim Menschen Hautirritationen auslösen können. „Jetzt haben wir eine Abschussberechtigung“, erklärte Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers mit dem Hinweis, dass erfahrungsgemäß Wildgänse nicht mehr an den Ort zurückkehren, an dem ein Tier aus dem Schwarm geschossen wurde. Ob der Vergrämungsabschuss das Problem löst, wird die neue Badesaison zeigen.
Der Nabu-Geschäftsführer Ingo Ludwichowski sieht das kritisch: „Die würde außerhalb der Schonzeit Sinn machen, wenn die Tiere auf ihrem Gelege sitzen und danach mit ihren Jungvögeln bis Ende Juli unterwegs sind. Wo sind da die Maßstäbe, nur weil man sich belästigt fühlt.“ Er gehe nicht von einer gesundheitlichen Gefahr aus. Als Erlös vom Freibad konnte die Gemeinde in diesem Jahr 50.425 Euro verbuchen. „Erwartet wurden 60.000 Euro, wir hatten auch schon 75.000 Euro“, meinte der Bürgermeister mit dem Hinweis auf einen Sommer, der eigentlich keiner war. Aufmerksame Badegäste werden bemerkt haben, dass an vielen schönen Sommertagen mit gutem Badebetrieb die Kasse nicht besetzt war, und so ein Teil der Einnahmen verloren ging. „Chaotische Zustände“, nannte Lindemann-Eggers die Situation am Nordstrand vom Großensee mit viel Müll sowie ein Mitführen von Hunden und Pferden, für die es ein grundsätzliches Verbot gibt. Aufgestellte Verbotsschilder wurden nicht nur missachtet, sondern auch demontiert. „Es ist ein eingetragener Wald der Forstverwaltung Hamburg, er liegt im Gemeindegebiet von Lütjensee und ist kein Strand. Was da abgelaufen ist, ist so nicht tragbar“, beklagte er. Als Pächter des Sees wird die Gemeinde Großensee in Absprache mit Lütjensee zu „drastischen Maßnahmen greifen“, um dem entgegenzuwirken, damit der Nordstrand nicht unattraktiv wird. (map)
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