Großhansdorf: Schüler entdecken Europa

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In der Aula der Schule wurde ein Kulturprogramm zum Besten gegeben Foto: wb

Das Emil-von-Behring-Gymnasium ist seit 20 Jahren Europaschule und verwandelt Angst in Neugier

Von Heike Blenk
Großhansdorf
Statt Mathe, Englisch und Deutsch bot das Großhansdorfer Emil-von-Behring-Gymnasium (EvB) ein anderes „Betätigungsprogramm“. In verschiedensten Workshops erlebten über 650 Schüler das Thema Europa und feierten so, dass das EvB seit 20 Jahren eine zertifizierte Europaschule ist. Spanien, Schweden, Polen, Italien – die Mädchen und Jungen arbeiteten zu verschiedenen europäischen Ländern, erfuhren etwas Neues über Kunst und Kultur. Aber auch Länder wie Tansania, Afghanistan, Japan, Kanada und Mexiko waren ein Thema.

Offenheit für alle Menschen

„Die Kinder und Jugendlichen sollen sich als Europa-Bürger erleben. Und dazu gehören in allererster Linie bestimmte Werte – wie Offenheit für alle Menschen, Respekt für andere – Multikulturalismus“, erklärte Hauptinitiatorin Celia Digon-Lopez das Konzept. „Deshalb geben wir hier auch nicht nur europäischen, sondern allen Ländern eine Plattform.“ Besonders freute es sie, dass nicht nur Lehrer als Workshopleiter agierten, sondern auch viele Schüler die Gelegenheit nutzten, ihre Herkunftsländer vorzustellen. Jehan und Diana beispielsweise hatten leuchtendgrüne und rosafarbene, mit Pailletten verzierte, landestypische Kleider angezogen und erklärten unter anderem die Schriftzeichen. Begeistert übten die Workshopteilnehmer, ihren Namen in den fremden Buchstaben zu schreiben – und kamen so spielerisch der fremden Sprache näher. Yuki und Rahel führten in die japanische Kultur ein. Die Familien Alonso, Abujeta und Beck arbeiteten gleich im kompletten Familienverband mit viel Herzblut, landestypischen Leckereien und schwingenden Trachtenkleidern zu Brasilien. Einige Schüler dokumentierten als Presseclub all die Aktivitäten in Schrift und Bild und waren positiv überwältigt von der bunten Vielfalt.

Horizont erweitern

„Das Fremde macht Angst und aggressiv – und hier können wir die Angst nehmen und in Neugier umwandeln“, sagte Celia Digon-Lopez. Sie selbst ist aus Madrid, verheiratet mit einem Deutschen, und lebt Diversität täglich. Ihre Kinder wachsen zweisprachig auf. Ihr ist es wichtig, dass die EvB-Schüler nicht nur in den diversen Austauschprogrammen des Gymnasiums die Vielfältigkeit der Kulturen erfahren und schätzen lernen, sondern eben auch bei einem solchen Europatag.
Ihre Mitstreiterin Anne Hermeling, die selbst lange Jahre an einer deutschen Schule in Mailand unterrichtet hat, ergänzte: „Die vielen kulturellen Unterschiede sind eine Bereicherung und helfen, den Horizont zu erweitern.“ Sie freute sich sehr über all die interessierten Schüler, motivierten Kollegen und die internationale Stimmung im Lehrerzimmer. Dort fanden sich in den Pausen auch externe Gäste aus England, Frankreich, Spanien und Brasilien ein. Paulo de Oliveira beispielsweise bot einen Capoeira-Workshop an. Seit 1996 ist das Stormarner Gymnasium nun schon eine zertifizierte Europaschule. Zu verdanken ist das dem früheren Schulleiter Klaus Müller, dem die europäische Idee schon damals sehr am Herzen gelegen hatte. Mit Nachdruck hatte er die Europaaktivitäten initiiert. Selbstverständlich reiste er am Jubiläumstag auch an, hielt eine kleine Rede und leitete einen Workshop. Neben ihm waren Großhansdorfs Bürgermeister Hinnerk Voß und andere Politiker ebenfalls anwesend.
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