Hallenbad erst im Herbst fertig

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Die Sanierung des Hallenbades in Bad Oldesloe verzögert sich mindestens noch bis zum Spätherbst dieses Jahres.Foto: H.-E. Jaeger

Stadtwerke streiten mit Baufirma um Geld /Probleme für Schwimmvereine

Bad Oldesloe. Das Thema ist brisant, und deshalb ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Am heutigen Mittwoch geht es bei der Sitzung des Hauptausschusses auch um ein Projekt, das die Bürger in der Kreisstadt und Umgebung schon seit zwei Jahren in Atem hält - um die Sanierung des Hallenbades.
Die Ausschussmitglieder wollen sich über den Stand der Dinge auf der Baustelle am Konrad-Adenauer-Ring informieren. Seit den Sommerferien 2011 ist das Bad geschlossen. Erst sollte das mittlerweile 7,5 Millionen teure Projekt im April 2013, dann im August fertig sein. Jetzt heißt es: September oder Oktober. „Wir können keinen festen Termin voraussagen“, erklärt Jürgen Fahl.
Der Geschäftsführer der Vereinigten Stadtwerke schlägt sich mit handfesten Problemen herum. „Wir haben der Firma, die für den Rohbau verantwortlich ist, gekündigt“, sagt Fahl. „Es geht um strittige Nachforderungen, der Unternehmer will mehr Geld haben. Wir sehen das anders.“ Die Firma hatte vor zwei Monaten ihre Mitarbeiter abgezogen. Begründung: Die Ausschreibung habe nicht alle notwendigen Arbeiten enthalten. Die Folge der Kündigung: Das Hauptdach ist noch nicht fertig, die Dämmung fehlt.
Nach den Schulferien wollten die Leistungsschwimmer des VfL Oldesloe, des TSV Bargteheide und von Preußen Reinfeld wie gewohnt wieder im Hallenbad trainieren. Doch davon ist keine Rede mehr. Rolf Bernhard, Schwimm-Abteilungsleiter des TSV Bargteheide, ist gereizt. „Die Mitglieder laufen uns weg“, sagt er. „Vor der Schließung des Hallenbades hatten wir 100 Aktive, jetzt sind es noch 70. Ein Minus von 30 Prozent innerhalb von zwei Jahren.“
Von Oktober bis April trainieren die TSV-Athleten im Ahrensburger Badlantic. „Wir haben dort aber keine zusätzlichen Trainingszeiten bekommen und müssen mit dem auskommen, was wir haben“, klagt Rolf Bernhard.
Noch schlimmer ist es um die Schwimmer aus Reinfeld bestellt. „Es ist eine Katastrophe“, schimpft Trainer Gerhard Haase. Bei den Preußen ist „Nottraining“ angesagt, die Eltern fahren ihre Kinder jeden Montag für zwei Stunden nach Lübeck. „Mehr ist nicht drin“, so der Coach. „Einmal in der Woche trainieren reicht für Leistungsschwimmer aber nicht aus, um bei Wettkämpfen oder Meisterschaften Erfolg zu haben. Die Jugendlichen wenden sich anderen Sportarten zu.“
Auch Christoph Klautke, Abteilungsleiter des VfL Oldesloe, muss improvisieren. Immerhin: Seine zehn- bis zwölfjährigen Talente können zweimal wöchentlich in einer Lübecker Schwimmhalle trainieren.
Unabhängig vom Zeitpunkt der Wiedereröffnung soll das Hallenbad einen neuen Namen bekommen. „Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert an einem Namenswettbewerb für das Hallenbad teilzunehmen“, sagt Jürgen Fahl. Auf der Grundlage der eingesandten Vorschläge entscheidet die Stadtverordnetenversammlung über die endgültige Namensvergabe. Unter den Teilnehmern werden zehn Preise ausgelost. (jae)
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