Hilfe bei Abhängigkeit

Anzeige
Das Team der Suchtklinik: Uwe Siegmund (v.l.), Silke Klinkow, Dr. Peter Hans Hauptmann und Friedemann Hauck Foto: cs

20 Jahre Drogenstation „Bella Vista“ am Heinrich-Sengelmann-Krankenhaus

Bargfeld-Stegen Heroin, Hasch, Crack, Kokain oder Ecstasy: Wer davon abhängig ist und aus dem Teufelskreis aussteigen möchte, findet Hilfe am Heinrich-Sengelmann-Krankenhaus. Vergangene Woche wurde in der Einrichtung ein Jubiläum gefeiert. Seit 20 Jahren bietet die Station „Bella Vista“ einen niedrigschwelligen Drogenzug. „Die einzige Voraussetzung ist, dass der Patient freiwillig kommt und motiviert ist, seine Sucht zu besiegen“, sagt Stationsleiter Uwe Siegmund. „Unter Zwang geht es nicht. Doch wer dem Schutzraum missbraucht, muss wieder gehen.“
Rund 20.000 Fälle wurden seit der Eröffnung auf der Station behandelt. Als Faustregel gilt: Ein Drittel schafft es, ein Drittel wird rückfällig, die anderen kommen nie ohne harte Drogen aus. „In der Suchttherapie sind Erfolge relativ“, so Therapieleiter Friedemann Hauck. Bei der 21-tägigen Entgiftung steht die Individualität im Vordergrund, das heißt feste Tagesstrukturen, Einzelgespräche, Gruppentherapien, Akkupunktur, Gartenarbeit und Sport sind genau auf jeden Patienten zugeschnitten. Doch neben dem körperlichen Entzug wird auf der Station auch Motivationsarbeit und Krisenintervention angeboten. Jobsuche, Schuldnerberatung und die Anbindung an Folgeeinrichtungen sind für die Stabilisierung des Patienten entscheidend. „Denn der Entzug ist erst der Beginn eines langen Weges“, so Hauptmann. „Kommen Betroffene in ihre Ausgangssituation zurück, ist der Rückfall vorprogrammiert.

Große Gefahr durch Crystal Meth


Die Drogenlandschaft hat sich im Lauf der vergangenen Jahre verändert. „Es ist viel komplizierter und extremer geworden“, sagt Siegmund und bezieht sich damit auf den multiplen Drogenkonsum. Beispielsweise Alkohol und Tabletten. So erkranken Körper, Seele und Geist. „Drogenkonsum löst oftmals auch psychische Erkrankungen aus“, so der Stationsleiter und betont eindringlich, die Sucht als Erkrankung anzuerkennen. Synthetische Drogen wie Crystal Meth gehörten heute zu den gefährlichsten Drogen überhaupt, da sie einen hohen Suchtfaktor haben und leicht herzustellen seien. 25 Personen arbeiten auf der Station, die über 22 Betten verfügt und sich mit ihrem Angebot an Personen ab dem 18. Lebensjahr richtet. Das multiprofessionelle Team umfasst die verschiedensten Berufsgruppe bis hin zur Sozialarbeit. Wer sich für einen Entzug in Bargfeld-Stegen entscheidet, muss bis zu sechs Wochen warten. Für Akutfälle wird immer versucht, eine kurzfristige Lösung zu finden. (cs)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige